Climax: Wenn die Ekstase eskaliert

Gaspar Noé erforscht in „Climax“ die dunkle Seite des Rausches.

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Tänzer auf einem Bad Trip: Gaspar Noés „Climax“.
© Thimfilm

Innsbruck –Gaspar Noé ist ein amtsbekannter Provokateur des Arthouse-Kinos. In seinem fünften Langfilm „Climax“ nimmt er sein Publikum erneut auf einen halluzinogenen Trip mit, der das Kino in seiner immersiven Körperlichkeit spürbar macht. Fast könnte man meinen, Noé hab­e sich inhaltlich an der Idee von Michael Glawoggers „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Trilogie bedient. Nach der Erforschung sexueller Höhepunkte in „Love“ zelebriert er in nun „Clima­x“ die Ekstase eines Drogenrausches. Visuell opulent, mit dichten langen Kamerabewegungen und überbordenden Choreografien, erzeugt „Climax“ zunehmend einen transgressiven Sog in den vorderen Reihen des Kinosaals.

Der Erzählung ist auf ein Minimum reduziert: Eine Gruppe junger Tänzer feiert den Probenabschluss. Im Prolog haben sie sich in Casting-Interviews vorgestellt. Nicht alle von ihnen werden das Gebäude am Ende des Abends lebend verlassen. Anders als der Tanz-Schocker „Suspiria“ – der es nicht in Tirols Kinos schaffte – ist „Climax“ aber kein klassischer Horrorfilm. Der Schrecken mischt sich in Form von LSD in der Punsch-Bowle der Party-Gäste. Draußen ist Winter und Noé liefert mit einem blutigen Schnee-engel in der Einstiegseinstellung eine Vorahnung, wo sein Bad Trip endet. Kein Film für die stille Jahreszeit! (maw)

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