Europas Leitbörsen zu Mittag auf Zweieinhalb-Jahrestief

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf ihren Sinkflug fortgesetzt. Der 50 führende Unternehm...

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Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf ihren Sinkflug fortgesetzt. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 69,75 Einheiten oder 2,21 Prozent auf 3.080,52 Punkte. Zwischenzeitlich fiel er auf 3.069,68 Punkte. Zuletzt stand er im Juni 2016 so tief.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 10.928,08 Punkten und minus 272,16 Einheiten oder 2,43 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London fiel um 168,03 Zähler oder 2,43 Prozent und steht nun bei 6.753,81 Stellen.

Nach der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Technologie-Konzerns Huawei in Kanada droht der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu eskalieren. Nun erklärt sich Peking bereit, die mit Washington vereinbarten Handelserleichterungen „sofort“ umzusetzen. Dies betreffe landwirtschaftliche Produkte, die Bereiche Energie und Autos sowie andere Waren, sagte der Sprecher des Handelsministeriums, Gao Feng. Die USA hatten China für die Umsetzung ein Ultimatum von 90 Tagen gestellt.

Außerdem fürchten Anleger diesseitig des Atlantiks, dass Großbritannien die Europäische Union ohne ein Abkommen verlässt, denn im Parlament zeichnet sich im Vorfeld der am 11. Dezember stattfindenden Abstimmung Widerstand ab, schreibt Ulrich Wortberg von der Helaba-Bank.

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Impulse seitens der Konjunkturdaten werden erst am Nachmittag von den USA erwartet. Dort steht der nationale Einkaufsmanagerindex des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes im Fokus. Im September lag der ISM-Serviceindex auf dem höchsten Niveau seit 21 Jahren, konstatieren die Experten der Helaba. Sie rechnen mit einer leichten Abkühlung für November.

In den Hintergrund gerieten Daten aus Deutschland. Dort hat die Industrie dank einer hohen Nachfrage aus den Euro-Ländern und einer Erholung in der Autoindustrie den dritten Monat in Folge einen Auftragszuwachs verbucht. Die Steigerung betrug im Oktober 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Im Euro-Stoxx-50 schafften es nur die Titel von Danone mit 0,4 Prozent ins Plus. Branchenseitig präsentierten sich vor allem Technologie-Werte schwächer. Software fielen um 5,5 Prozent und Dialog Semiconductor um 3,9 Prozent.

Außerdem sackten Glencore in London um über fünf Prozent ab. Die brasilianische Staatsanwaltschaft leitete unter anderem gegen den Rohstoffhändler eine Untersuchung ein. Glencore steht im Verdacht, Bestechungsgelder an Mitarbeiter des öffentlichen Ölkonzerns Petrobras gezahlt zu haben.

Gegen die negativen Markttrend stemmten sich die Anteilsscheine von Vossloh. Der Bahninfrastrukturkonzern erhielt erneut einen Auftrag aus China. In Frankfurt legten die Papiere im SDAX um 4,4 Prozent zu.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA222 2018-12-06/12:12


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