Jemen-Friedensgespräche in Schweden begonnen

Stockholm (APA/AFP/Reuters/dpa) - In Schweden haben am Donnerstag die Friedensverhandlungen für den Jemen begonnen. „Während der kommenden T...

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Stockholm (APA/AFP/Reuters/dpa) - In Schweden haben am Donnerstag die Friedensverhandlungen für den Jemen begonnen. „Während der kommenden Tage werden wir eine einzigartige Gelegenheit haben, den Friedensprozess nach vorne zu bringen“, sagte der UN-Sondergesandte für das Bürgerkriegsland, Martin Griffiths, im Beisein der Delegierten beider Kriegsparteien.

Er lobte die Zeichen der Deeskalation beider Seiten in den vergangenen Wochen und kündigte die Unterzeichnung einer Einigung über einen Gefangenenaustausch an. „Es wird dazu führen, dass Tausende Familien wieder vereint sind.

Bei der Begrüßung der Delegationen rief die schwedische Außenministerin Margot Wallström die Kriegsparteien auf, dem Blutvergießen ein Ende zu machen. „Wir müssen die Katastrophe im Jemen beenden“, sagte sie. Die Menschen im Jemen, vor allem die Kinder, warteten schon zu lange darauf.

Wenige Stunden vor Beginn der Gespräche in der Nähe von Stockholm hatten sich Regierung und Houthi-Rebellen erneut mit Forderungen und Drohungen überzogen.

Der hochrangige Rebellen-Vertreter Mohammed Ali al-Houthi kündigten bei Twitter die Schließung des Flughafens von Sanaa auch für UN-Flugzeuge an, falls die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition den Airport nicht für den zivilen Flugverkehr freigebe. Die Hauptstadt befindet sich zwar in den Händen der Rebellen. Allerdings können Flugzeuge dort nur mit Erlaubnis der Militärkoalition starten und landen.

Al-Houthi forderte eine Öffnung des Flughafens für das ganze jemenitische Volk. Andernfalls müssten auch Vertreter der Vereinten Nationen einen 15-stündigen Weg auf sich nehmen, um nach Sanaa zu gelangen.

Jemens Außenministerium forderte dagegen bei Twitter einen vollständigen Rückzug der Rebellen von der Westküste des Landes. Die Gegend, in der auch die Hafenstadt Hodaida liegt, solle an die „legitime Regierung“ übergeben werden.

In Schweden kommen die Konfliktparteien am Donnerstag erstmals seit zwei Jahren zu Verhandlungen über einen Frieden für das Bürgerkriegsland zusammen. Die Verhandlungen in einem Konferenzzentrum in der Nähe von Stockholm finden unter Vermittlung der UNO statt.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen und den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Nach UN-Angaben wurden bereits rund 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Als Folge des Konflikts mangelt es nach UN-Angaben acht Millionen Einwohnern an Lebensmitteln.


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