CDU-Generalsekretärin mahnt zu Geschlossenheit nach der Wahl

Berlin (APA/AFP/dpa/Reuters) - CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei zur Einigkeit nach der für Freitag geplanten...

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Berlin (APA/AFP/dpa/Reuters) - CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei zur Einigkeit nach der für Freitag geplanten Neubesetzung des Spitzenpostens aufgerufen. „Wichtig ist - und das wissen, glaube ich, alle drei Kandidaten - dass die CDU auch nach der Wahl morgen geschlossen bleibt“, sagte Kramp-Karrenbauer, die selbst kandidiert, am Donnerstag im ZDF-“Morgenmagazin“.

Die Generalsekretärin sprach die mahnenden Worte vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Tons bei den deutschen Christdemokraten. So war Wirtschaftsminister Peter Altmaier Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der „Rheinischen Post“ vor, dieser habe den „Damm gebrochen“, indem er sich öffentlich hinter den Kandidaten Friedrich Merz gestellt habe. Er selbst unterstütze nun öffentlich Kramp-Karrenbauer.

Dritter Kandidat für das Führungsamt ist Gesundheitsminister Jens Spahn. Entscheiden werden die 1001 Delegierten des CDU-Bundesparteitags wie erwähnt am Freitag in Hamburg. Mit dem Ergebnis ist am Nachmittag zu rechnen.

Dass Schäuble für Merz Partei ergriffen hat, sei keine Überraschung für sie, sagte Kramp-Karrenbauer. Er habe schon vor der Kandidatur mit dem Ex-Fraktionschef sympathisiert. „Dass er das jetzt öffentlich tut, ist sein gutes Recht - das haben andere für andere Personen auch in Anspruch genommen“, sagte die 56-Jährige. Nun sei es allerdings die Aufgabe aller, für Geschlossenheit zu sorgen. Dies gelte besonders im Hinblick auf die schwierigen Landtagswahlen im Osten im nächsten Jahr.

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CSU-Chef Horst Seehofer sagte in Brüssel zu der anstehenden Wahl, er traue sich „trotz langer Tätigkeit in der Politik“ keine Prognose zu. Auch zu möglichen Favoriten wollte sich der deutsche Innenminister nicht äußern. „Ich finde, der Respekt vor einem Parteitag gebietet, dass man den Delegierten diese Entscheidung überlässt.“

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner wollte sich ebenfalls nicht öffentlich festlegen. „Ich finde, wir sollten diese Diskussion, die auch bei mir im Landesverband sehr intensiv ist, und diesen Schwung nicht einfach durch eine Ansage von oben abbremsen“, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin dem SWR. Eine Spaltung der CDU im Streit um den Vorsitz fürchtet sie nicht. Das sei „Quatsch“ und das hätten auch die vergangenen CDU-Regionalkonferenzen gezeigt.

Zur Geschlossenheit mahnte auch der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert. „Zu den demokratischen Spielregeln gehört, dass die Akteure grundsätzlich kompromissbereit bleiben und getroffene Entscheidungen akzeptieren“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“. Er hoffe, dass mit der Entscheidung des Parteitags der Wettbewerb der Kandidaten beendet sei, „und alle Bewerber mit verteilten Rollen weiter für die Partei zur Verfügung stehen“.


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