Leidenschaft nach Bayern-Art

BMW trumpft mit dem neuen 3er groß auf. Der weltweite Topseller in der Liga der sportlichen Premium-Mittelklassler begeistert mit Design und Fahrdynamik.

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Die siebte Auflage des dynamischen Klassikers: Der 3er kommt zuerst als Limousine in den Handel, kurze Zeit später folgt der Kombi (Touring).
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Von Walter Schrott

Faro —Sechs Generationen, mehr als 15 Millionen verkaufte Exemplare. Das sagt alles. Der BMW 3er ist das erfolgreichste Auto in der Mittelklasse-Premium-Liga. Jetzt tritt die Nummer sieben in seine Fußstapfen. Eh klar, dass die BMWler alle Register gezogen haben, um in der Erfolgsspur zu bleiben. Was augenscheinlich zu einem Wetteifern zwischen Designern und Technikern geführt hat.

Optisch ist der neue 3er schon einmal ein Knaller. Lange Motorhaube, langer Radstand, kurze Überhänge. Das Patent-Rezept für optische Dynamik. Die Front mit den LED-Leuchten (Laserlicht optional), der dreidimensionalen BMW-Niere und markanten Lufteinlässen ist schärfer gezeichnet als bisher, das Heck mit den beiden links und rechts platzierten Abgas-Endrohren muskulös wie nie zuvor, die Silhouette ein Sahnehäubchen. Da sitzt jede Rundung, jede Linie und jede Kante.

Das Interieur mit der leicht dem Fahrer zugeneigten Mittelkonsole präsentiert sich ganz BMW-like, die digitale Armaturenlandschaft und das Infotainment-Angebot beherbergt neueste Technologien. Das geht so weit, dass man per Sprachbefehl die freundliche Dame des „Intelligent Personal Assistant" beispielsweise bitten kann, die Klima-Temperatur zu ändern, ohne dass ein Knöpferl bedient werden muss. Die Wertigkeit von Materialien und Verarbeitung erreicht ein neues Niveau, die Sitze sind ein Gedicht.

Im März wagt sich der neue 3er von BMW auf den Markt.
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Gewachsen ist der neue 3er auch. 75 mm in der Länge (4,71 Meter), 16 mm in der Breite (1,83 Meter) und 41 mm beim Radstand (2,85 Meter). Auch die Spurbreite hat zugelegt, die Höhe ist nahezu gleich. Ebenfalls das Kofferraumvolumen von 480 Litern. Damit kommt der 3er jetzt so erwachsen daher wie ehedem der größere Bruder 5er. Gleichzeitig hat er um runde 60 Kilo abgespeckt und er ist dank aufwändiger Dämmung innen auch leiser geworden. Dass er aber auch in Sachen Fahrdynamik noch einmal deutlich zugelegt hat, ist schon bemerkenswert.

Der rassige Hecktriebler (den 320d gibt es auch mit xDrive Allradantrieb) fegt mit geradezu stoischer Gelassenheit und ohne eine Spur von Wankneigung durch die Kurven. Das exzellente Fahrwerk, die direkte und präzise Lenkung, die ideale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse und der niedrige Schwerpunkt ermöglichen Kurvengeschwindigkeiten, die in dieser Liga konkurrenzlos sein dürften. Auch ein Verdienst der neuartigen Dämpfer und der um 25 Prozent steiferen Karosserie. Mit dem optionalen Sportfahrwerk oder dem adaptiven Fahrwerk wird der Spaß noch intensiver. Für den Fall der Fälle sind aber Assistenz- und Sicherheitssysteme in Kompaniestärke an Bord. Fazit nach ersten Testfahrten: Der neue 3er zeigt groß auf. Er trägt — wie seine Vorgänger — Sportler-Gene in sich, ohne am Langstreckenkomfort oder der Alltagstauglichkeit zu rütteln.

Marktstart ist Anfang März mit sechs Antriebsversionen: Einsteiger ist der 318d mit 150 PS, der Benziner 320i leistet 184 PS, der 320d (wahlweise mit xDrive Allradantrieb) mobilisiert 190 PS, der 330d 265 PS. Stärkster Benziner ist vorerst der 330i mit 258 PS. Alle Triebwerke erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Je nach Modell besorgen ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder die perfekt agierende 8-Gang-Automatik Steptronic die Kraftübertragung. Der Kombi Touring, weitere Motorvarianten und ein Plug-in-Hybridler folgen im Laufe des Jahres.

Zunächst sind nur die Preise für den 320d (ab 41.700 Euro), 320d xDrive (ab 46.900 Euro) und den 330i Automatik (ab 46.450 Euro) bekannt. Luft nach oben ist reichlich, denn in der Liste der aufpreispflichtigen Extras gibt es (fast) nichts, was es nicht gibt. Da kann man je nach Lust und Laune bzw. Bankkonto locker noch einmal 25.000 Euro dazupacken.


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