Dem “20er“ gehen zum runden Geburtstag die Verkäufer aus

Für die Macher des “20er“ ist der runde Geburtstag ein Grund zur Freude. Es ist aber nicht alles eitel Wonne. Im vergangenen Jahr war die Zeitung kurz davor, eingestellt zu werden.

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Dem "20er" gehen zum runden Geburtstag die Verkäufer aus.
© 20er/Christa Pertl

Innsbruck –Österreichs erfolgreichste Straßenzeitung, am Einzugsgebiet bemessen, wird 20 Jahre. Sie hat eine durchschnittliche Auflage von 16.000 Stück bei jeder der zehn pro Jahr erscheinenden Ausgaben. Für die Macher des 20er ist der runde Geburtstag ein Grund zur Freude. Es ist aber nicht alles eitel Wonne. Im vergangenen Jahr war die Zeitung kurz davor, eingestellt zu werden.

Der 20er wird von einem Verein getragen, kommt ohne Subventionen aus. Rund 80 Prozent der Kosten werden über den Verkauf gedeckt. Anfangs von Obdachlosen verkauft, die sich etwas dazuverdienen wollten. „Die meisten hatten eine ähnliche Biografie: Scheidung, Alkohol, Ratlosigkeit“, sagt Thomas Pupp, 20er-Vorstandsmitglied. Das Vertriebssystem habe sich aber stark gewandelt – der überwiegende Teil sind inzwischen Asylwerber. Und das ist die Krux.

„Unser Problem ist nicht der Inhalt oder das Interesse am 20er, wir bekommen nur nicht genug Zeitungen auf die Straße“, sagt Uwe Steger, Obmann des Fördervereins. Etwa 150 Verkäufer bringen die Zeitung monatlich unter die Leute, „im vergangenen Jahr haben wir etwa 30 verloren“, berichtet Chefredakteur Uwe Schwinghammer. Die meisten wurden abgeschoben. Inzwischen sind die Verantwortlichen aber leicht optimistisch. Steger: „Es ist eine enorme Herausforderung. Wir haben aber mit verschiedenen Tiroler Sozialprojekten Kontakt aufgenommen. Auf diesem Weg hoffen wir, wieder mehr Menschen für den Verkauf des 20er zu gewinnen.“ (bfk)

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