Van der Bellen im Libanon: Bundesheer stellt 175 UNIFIL-Soldaten

Beirut/Wien (APA) - Seit November 2011 beteiligt sich das Bundesheer an der UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen im Libanon. An dem „United...

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Beirut/Wien (APA) - Seit November 2011 beteiligt sich das Bundesheer an der UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen im Libanon. An dem „United Nations Interim Forces in Lebanon“-Einsatz nehmen laut Verteidigungsministerium rund 11.800 Soldaten und 1.000 UN-Zivilangestellte aus 40 Nationen teil. Österreichs Beitrag besteht aktuell aus 175 Soldaten. Sie besucht am Mittwoch Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Ihr Hauptquartier haben die Friedenstruppen im Camp Naqoura im Südwesten des Landes. Das Bundesheer stellt vor allem Kraftfahrer, Mechaniker, Sanitäter, Logistiker und Feuerwehrpersonal im Rahmen logistischer Einsätze der Transporteinheit „Multi Role Logistic Unit“. Ihre Aufgaben sind: Transport von Personal und Ausrüstung, Bergen und Instandsetzen beschädigter UNIFIL-Fahrzeuge, Versorgen der UN-Truppe mit Treibstoff, Betreiben der Camp-Feuerwehr im Hauptquartier, Unterstützen bei der Lagerhaltung im Hauptquartier und der Transport von Cargo-Gütern.

„Mit mehr als hundert Fahrzeugen (darunter Geländewagen, Sattelschlepper, Busse, Berge- Lösch- und Tankfahrzeuge) helfen die Bundesheer-Soldaten, durch ihre Präsenz die Lage im Libanon zu beruhigen und die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten“, heißt es auf der Homepage des Bundesheeres. Der Einsatz von Friedenstruppen im Libanon basiert auf den UN-Resolutionen 425 und 426 aus dem Jahr 1978 sowie 1.701 aus dem Jahr 2006. Ebenfalls 2006 beschloss der UN-Sicherheitsrat zudem eine Verstärkung der UNIFIL-Truppe von davor 2.000 auf bis zu 15.000 Soldaten inklusive Marine-Einheiten.

Anlass für die Gründung der UNIFIL 1978 waren die blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und der israelischen Armee in den 1970er-Jahren. Die Kämpfe führten letztendlich zu einer Besetzung des Südlibanon durch Israel. Beirut distanzierte sich von den Aktionen der PLO von libanesischem Staatsgebiet aus und rief den UN-Sicherheitsrat um Hilfe an. In Folge wurden die UN-Resolutionen 425 und 426 verabschiedet, in denen Israels sofortiger Abzug aus dem Zedernstaat gefordert wurde und die Gründung der Beobachtermission UNIFIL beschlossen wurde.

Ab 1982 waren die realen Aufgaben von UNIFIL aufgrund der prekären Lage für einige Jahre auf Schutz und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung limitiert: Nach erneuten Gefechten auf beiden Seiten der libanesisch-israelischen Grenze marschierte Israel wieder in den Zedernstaat ein und besetzte für drei Jahre weite Teile im Süden des Landes. Die Vereinten Nationen hielten durchwegs an ihrer Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung fest. Im Jahr 2000 war es dann soweit: Israel zog seine Truppen aus dem Libanon zurück. UNIFIL beobachtete den Rückzug, überwachte die Sicherheitslage in Zusammenarbeit mit den libanesischen Sicherheitskräften und leistete humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung.

Seither gibt es zwar Phasen, in denen Ruhe in der Region einkehrte. Von Stabilität kann man im Südlibanon aber keinesfalls sprechen: Immer wieder kam es zu Scharmützeln und blutigen Gefechten zwischen den israelischen Sicherheitskräften und der schiitischen Hisbollah-Miliz. 2006 kam der österreichische Major Hans-Peter Lang beim israelischen Beschuss des UNO-Beobachtungspostens Khiam im Südlibanon ums Leben. Infolge der Eskalation des Konflikts erweiterte der Sicherheitsrat das UNIFIL-Mandat: Die UNIFIL-Truppenstärke wurde von 2.000 auf 15.000 Mann angehoben, erstmals wurden Marine-Einheiten eingesetzt.


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