Massenpanik in Disco - Italien verschärft Kontrollen in Nachlokalen

Ancona (APA) - Nach der Massenpanik in einer Diskothek nahe der Adriastadt Ancona, bei der in der Nacht auf Samstag sechs Menschen - fünf Ju...

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Ancona (APA) - Nach der Massenpanik in einer Diskothek nahe der Adriastadt Ancona, bei der in der Nacht auf Samstag sechs Menschen - fünf Jugendliche und eine Mutter - ums Leben gekommen sind, sollen in Italien die Kontrollen in Nachtlokalen verschärft werden. „Die geltenden Sicherheitsvorkehrungen in Lokalen müssen respektiert werden“, forderte Premier Giuseppe Conte, der am Samstag den Unglücksort besuchte.

„Die Sicherheitsvorschriften sind in Italien vorhanden. Wenn man sie verbessern kann, wird es die Regierung tun“, versprach der Ministerpräsident. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin von Ancona, Monica Garulli, hatte am Samstag bestätigte, dass sich in der Diskothek wesentlich mehr Personen als erlaubt befanden. Nach Ermittlerangaben hätten zum Auftritt des Mailänder Rap-Stars Sfera Ebbasta maximal 870 Personen zugelassen werden dürfen, 1.400 Eintrittskarten seien aber verkauft worden.

Die Polizei suchte weiter nach einem Jugendlichen, der Reizgas gesprüht haben soll, was Auslöser der Panik war. Deswegen wurde in Italien bereits über ein Verkaufsverbot von Pfefferspray diskutiert. Immer wieder sei es zuletzt in Discos mit vielen Besuchern vorgekommen, dass Personen mit Reizgas versuchten, Chaos auszulösen, um Menschen zu bestehlen, hieß es. Dies war auch beim Public Viewing des Champions-League-Finales im Juni 2017 in Turin der Fall. Bei der damaligen Panik waren 1.500 Menschen verletzt worden, eine Frau war an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Auch bei mehreren Rap-Konzerten in Italien wurde Reizgas gesprüht.

Der Mailänder Rapper Sfera Ebbasta, auf dessen Auftritt die Gäste der Diskothek „Lanterna Azzurra“ (Blaue Laterne) in Corinaldo bei Ancona zum Unglückszeitpunkt gewartet hatten, kondolierte den Familien der Opfer. Der 26-Jährige sagte seine nächsten Shows ab.

Sieben Jugendliche schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. Dutzende weitere wurden bei dem Vorfall verletzt. Die Todesopfer waren 14 bis 16 bzw. 39 Jahre alt.


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