Auf Tiroler Initiative: Ein Nest für Mütter und Kinder in Nepal in Bau

Die drei Außerfernerinnen Ulrike Jäger, Marlies Kerber und Hannelore Gnadlinger engagieren sich seit Jahren in Nepal und sind auch durch Rückschläge nicht aufzuhalten.

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In Hunumath werden Kleingarçonnièren errichtet. Zwei sind fertig, zwei weitere in Arbeit.
© Jäger

Von Simone Tschol

Reutte, Panauti, Hunumath –Sie haben die Wasserversorgung im entlegenen Jubu gesichert, Krankenstationen und Waisenhäuser gebaut. Die drei Außerfernerinnen Ulrike Jäger, Marlies Kerber und Hannelore Gnadlinger engagieren sich seit Jahren in Nepal und sind auch durch Rückschläge nicht aufzuhalten. Noch im April dieses Jahres scheiterte die Eröffnung eines Waisenhauses in Panauti. Rabindra Puri, ihr Vertrauensmann vor Ort, hatte keine Baugenehmigung für die Zufahrt erhalten, dies jedoch bis zur Ankunft der Außer­fernerinnen verschwiegen. Nach dem ersten Schock wurde kurzerhand ein Haus in Hunu­math angemietet, umgebaut und nach nur 18 Tagen zogen die Waisen dort ein (die TT berichtete).

Jetzt ist ein neues Projekt in Arbeit. Inzwischen liegt nämlich die Genehmigung für die Zufahrt zum Grundstück in Panauti vor. Jäger: „Wir haben uns überlegt, nicht wie ursprünglich geplant dort sechs Kinder unterzubringen, sondern vier alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern. Das ist zum einen toll, weil so Mütter und Kinder nicht getrennt werden, zum anderen müssen wir keine Betreuungsmutter suchen und finanzieren.“ Die Außerferner zahlen Schulgeld und Kleidung, „alles andere müssen sie selbst auf die Reihe kriegen“, sagt Jäger.

Hilfreich soll dabei abermals Rabindra Puri sein. Er ist einer der bekanntesten Männer in Nepal und Träger des Unesco-Weltkulturerbe-Awards. Puri hat eine Stiftung gegründet, hat über 400 Angestellte und führt Handwerksschulen, in denen junge Nepalesen ausgebildet werden. Jäger: „Dort werden die Frauen Arbeit bekommen. Das hat uns Rabindra zugesichert. Im Garten können sie Gemüse anbauen und sich so selbst versorgen.“ Die Eröffnung ist für 12. Mai (Muttertag) geplant. Dann werden auch Jäger, Kerber und Gnadlinger wieder vor Ort sein.

Parallel geht auch das Engagement der Außerfernerinnen in Hunumath weiter. Dort werden gerade Kleingarçonnièren für jene Waisen gebaut, die zwar ausgeschult, aber noch nicht ganz eigenständig sind.

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Und während in Nepal die Arbeiten laufen, sammeln Jäger, Kerber und Gnadlinger Spenden für ihre Hilfsprojekte. Allein in der Vorwoche wurden 800 Preise „eingetütet“. Diese werden im Rahmen einer Losaktion am kommenden Wochenende, 14. bis 16. Dezember, am Weihnachtsmarkt in Reutte unter die Leute gebracht. „Getreu unserem Motto Jeder Euro zählt kostet ein Los einen Euro“, rührt Jäger die Werbetrommel.


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