„The Voice“-Export Alex Eder in Tirol: „Ich werde nicht aufgeben“

Bei „The Voice Of Germany“ war für Alexander Eder im Viertelfinale Endstation. Mit seiner tiefen Stimme will der Mostviertler jetzt aber hoch hinaus. Anlässich seines ersten Tirol-Konzertes sprach er mit der TT über Vorbilder, Zukunftspläne und die Angst vorm Scheitern.

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Mit seiner außergewöhnlichen Stimme sang sich der 20-Jährige unter die besten 40 Talente. Sein Ausscheiden in den "Sing Offs" löste bei den Zuschauern Unverständnis und eine regelrechte Welle der Entrüstung in sozialen Netzwerken aus.
© SAT.1/ProSieben/Kowalski

Von Tamara Stocker

Innsbruck, Imst — Wenn er könnte, würde er gerne einmal mit Andreas Gabalier (34) die Rollen tauschen. Der Niederösterreicher Alexander Eder (20) will nach seinem Ausscheiden im Viertelfinale von „The Voice Of Germany" (TVOG) jedenfalls mit dem selben Willen ans Werk gehen: „Der Andi hat eine Vision und zieht es durch — genau so will ich es auch machen."

Am vergangenen Samstag stand der 20-Jährige zumindest schon mal da, wo Gabalier vor sieben Jahren in Tirol debütierte: Im Milser Stadl des Trofana Tyrol in Imst gab er gemeinsam mit seiner Band The Unique Corns sein erstes Konzert fernab der Heimat in Neuhofen an der Ybbs. „Unglaublich, wie viele Leute da waren", freute sich der 20-Jährige, der sich nach dem Auftritt noch gut anderthalb Stunden Zeit für Fotos und Autogramme nahm.

Am Wochenende gastierte Alexander Eder mit seiner Band "The Unique Corns" im Trofana Tyrol in Imst. Fans überraschten ihn mit selbstgemalten Plakaten.
© Anja Kleiner

Noch unbekannte Seiten gezeigt

Zur Einstimmung sang er Gabaliers aktuelles Lied „Halli Hallo" — dabei könnten die beiden aus musikalischer Sicht unterschiedlicher kaum sein. Denn der Mostviertler fiel bei der Castingshow vor allem durch seine markante und ungewöhnlich tiefe Stimme auf. „Elvis lebt", titelte die „Bild"-Zeitung, einen „Kehlkopf wie ein Fass" attestierte ihm TVOG-Coach Smudo von den Fantastischen Vier.

Sein Aus bei "The Voice" soll erst der Anfang sein, der Niederösterreicher will das als Sprungbrett nutzen. Derzeit sei er fleißig am Songschreiben.
© Anja Kleiner

Während Alexander sich bei seinen TV-Auftritten eindrucksvoll mit Granden wie Elvis Presley oder Johnny Cash maß, überraschte er das Publikum in Imst auch mit anderen Seiten von sich. Mitunter gab es deutschen Rock von AnnenMayKantereit, Klassiker von Bon Jovi oder auch Gegenwärtiges von den Imagine Dragons aufs Ohr. Insgesamt blieb er aber seiner Leidenschaft, dem Rock und Country, treu.

„Der Song Contest wäre eine riesen Ehre, aber jetzt sind erstmal andere Sachen viel wichtiger. “
Alexander Eder (Musiker)

Allen voran Letzteres habe es dem 20-Jährigen angetan: „Ich habe vorher im klassischen Bereich und in Musicals gesungen und bin dann im Zuge meiner TVOG-Bewerbung auf Country gestoßen. Das hat sofort harmoniert, zu 100 Prozent habe ich mich mit der Klassik nie wohlgefühlt." Bei seinem ersten TVOG-Auftritt, der „Blind Audition", fiel die Wahl dann wenig überraschend auf „Your Man", den Nummer-eins-Hit des US-Country-Stars Josh Turner. Ihn zählt Alexander neben Robbie Williams und Andreas Gabalier ebenso zu seinen Vorbildern.

Die „Blind Audition" performte der damals 19-Jährige hinter einem Vorhang, sodass sich auch die Zuschauer in die Lage der Coaches hineinversetzen konnten. Als dieser fiel, staunten sie, ebenso wie das Publikum, nicht schlecht:

Tägliches Stimmtraining

Auf die Idee, sich bei der Show zu bewerben, habe ihn eine Freundin gebracht. „Erst dachte ich, das passt ja überhaupt nicht zu mir, aber dann ist der Wunsch in mir gereift, mal was Anderes zu probieren." Zwar versuchte er sich als Jugendlicher in einer Rap-Band und ist aktuell auch Teil eines DJ-Duos — Rock- und Popgesang waren für den BORG-Absolventen aber noch komplettes Neuland. Daher musste er seine Stimme täglich drei bis vier Stunden trainieren. Heute ist diese, neben Trompete, Gitarre, Schlagzeug und Klavier, sein wichtigstes Instrument.

Sein neuestes Cover "Feeling Good" hat auf YouTube binnen einer Woche knapp 70.000 Aufrufe gesammelt:

„Er hat unglaubliches Potenzial"

Seit Anfang des Jahres studiert Alexander am Prayner Konservatorium Pop- und Jazzgesang. Nebenbei ist er mit Auftritten, Interviews, dem Beantworten von Nachrichten, Proben und Songschreiben voll ausgelastet. Angst, dass es ihm wie anderen Castingshow-Talenten ergeht, die nach ihrem Ausscheiden zwar viel vor haben, aber nichts daraus machen, habe er nicht: „Ich arbeite gerade sehr viel und mit den richtigen Leuten zusammen und werde nicht gleich aufgeben, wenn es mal nicht läuft. Auch meine Familie unterstützt mich extrem."

„Unglaubliches Potenzial" bescheinigt ihm auch Hubert Malleier von der Tiroler Künstler- und Musikagentur Starmaker, die sowohl Alexanders als auch einst Gabaliers Konzert in Imst auf die Beine stellte: „Wir glauben an ihn, wie einst an den Andi", sagt Malleier. Den Glauben an sich selbst will auch Alexander nicht verlieren: „Sicher werde ich Fehler machen, aber das ist egal, denn daraus kann ich nur lernen." Und wer weiß: Vielleicht ist ja in Österreich neben Gabalier bald Platz für einen zweiten, etwas anderen „Alpen-Elvis".

Wordrap mit Alexander Eder

  • Mit welchem Musiker würdest du gerne mal die Rollen tauschen? >> Andreas Gabalier
  • Was ist das Erste, das du morgens nach dem Aufstehen machst? >> Liegestütze
  • Meine Mama sagt immer ... >> "Aus dem Alex wird mal was"
  • Welche Schlagzeile würdest du am liebsten über dich lesen? >> "Alex Eder füllt jedes Stadion"
  • Wer war dein erster Promi-Schwarm? >> Cara Delevigne
  • Zu welchem Song singst/tanzt du unter der Dusche am liebsten? >>"Your Man" von Josh Turner
  • Was ist dein verborgenes Talent? >> Bin ein Witzereißer
  • Was kannst du überhaupt nicht? >> Zusammenräumen
  • Was magst du nicht an dir? >> Wenn ich mal schlecht drauf bin
  • Oktoberfest oder Christkindlmarkt? >> Definitiv Oktoberfest

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Im neuen Jahr ist ein weiterer Auftritt von Alexander Eder im Trofana Tyrol geplant.

Im neuen Jahr ist ein weiterer Auftritt von Alexander Eder im Trofana Tyrol geplant.

© Anja Kleiner

Egal ob Jung oder Junggeblieben - das Publikum in Imst war beeindruckt.

Egal ob Jung oder Junggeblieben - das Publikum in Imst war beeindruckt.

© Anja Kleiner

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