Aus für Linzer Theatervertrag: SP-Kritik an LH Stelzer

Linz (APA) - Nach dem mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ am Donnerstag erfolgten Beschluss im Linzer Gemeinderat, den Theatervertrag mit dem La...

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Linz (APA) - Nach dem mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ am Donnerstag erfolgten Beschluss im Linzer Gemeinderat, den Theatervertrag mit dem Land zu kündigen, ist am Sonntag SP-Kritik an Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) gekommen. Seine Zusicherung am Freitag, das Land werde das finanzielle Loch stopfen, bezeichnete die SPÖ als „letzten Akt einer Politinszenierung“.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und der Fraktionschef der Linzer SPÖ, Gemeinderat Stefan Giegler, stellten zur Finanzierungszusage des Landeshauptmannes fest: „Stelzer war immer durch die vom Landtag beschlossene Vereinbarung zwischen dem Land und dem Landestheater gebunden. Darin ist fixiert, dass das Land unabhängig von Stadt und Bund die Finanzierung des Theater- und Orchesterbetriebs zu gewährleisten hat.“ Die Art und Weise, wie er das jetzt als großzügige Geste zu verkaufen versuche, belege nur das „Politschauspiel“, das er rund um die ungerechten Finanzbeziehungen zwischen dem Land und den Gemeinden aufgezogen habe. Luger hatte zuletzt immer wieder den Ausstieg aus dem Theatervertrag damit begründet, das es generell eine „Schieflage“ bei den Transferzahlungen zwischen Land und Stadt zulasten der Stadt in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe gebe.

Der für Anfang 2020 aufgekündigte Theatervertrag sieht vor, dass Linz rund 14 Millionen Euro an die Theater und Orchester GmbH (TOG) des Landes - zu der Landestheater und Bruckner Orchester gehören - bezahlt. Dafür überweist das Land rund sieben Millionen an die städtische LIVA mit Brucknerhaus, Posthof und Tips-Arena. Selbst wenn man noch den 1,2-Mio.-Euro Zuschuss, den das Land an das städtische Ars Electronica Center leistet, einrechne, bleibe unter dem Strich ein Minus von gut 5,5 Mio. Euro, argumentierte Luger.

Nach dem Gemeinderatsbeschluss hatte Landestheater-Intendant Hermann Schneider festgestellt: „Ich bin von diesem Moment an nicht mehr geschäftsfähig im Hinblick auf die Spielzeit 2019/20. Ich kann erst dann weitermachen, wenn ich eine verbindliche, belastbare Information habe, dass das Land Oberösterreich tatsächlich zu 100 Prozent diesen Ausfall übernimmt.“ Diese Zusage für eine gesicherte Budgetplanung für die genannte Spielzeit gab Stelzer am Freitag - um damit „unter dieses Trauerspiel einen Schlussstrich“ zu ziehen, wie er sagte.

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