Lüge über Totgeburt: Tochter findet Mutter nach 69 Jahren

Jahrzehntelang hat Connie Moultroup nur einen Weihnachtswunsch: Sie will endlich ihre leibliche Mutter in die Arme schließen. Doch die lebt in dem Glauben, ihre Tochter sei bei der Geburt gestorben. Dank eines DNA-Tests gibt es nun doch ein vorweihnachtliches Wunder.

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DNA-Test sei Dank: Nach fast 70 Jahren trafen sich Mutter und Tochter in einem Seniorenwohnheim in Florida.
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Indianapolis — Als Genevieve Purinton 1949 in einem Krankenhaus in Indiana ein Mädchen zur Welt bringt, ist das ein Skandal — denn die damals 19-Jährige ist unverheiratet. Die Folgen im prüden Amerika sind hart: Die Ärzte erklären der jungen Mutter, ihr Neugeborenes hätte die Geburt nicht überlebt und bringen das — eigentlich quicklebendige — Kind in ein Waisenhaus. Und so kommt es, dass Genevieve Purinton ihr ganzes Leben in dem Glauben verbringt, ihre Tochter sei damals bei der Geburt gestorben. Bis jetzt, fast 70 Jahre später. Denn einem Bericht der CNN zufolge hat besagte Tochter nach jahrelanger Suche nun endlich ihre Mutter gefunden.

Adoptiveltern früh gestorben

Das kleine Mädchen von damals ist mittlerweile 69 Jahre alt. Connie Moultroup war aus dem Kinderheim, in das sie nach ihrer Geburt gebracht worden war, von einem Paar aus Santa Barbara in Kalifornien adoptiert worden. Doch schon als sie fünf Jahre alt war starben ihre Adoptiveltern und nahmen das Geheimnis um ihre Herkunft mit ins Grab.

Jahrzehntelang suchte Moultroup anschließend nach ihrer leiblichen Mutter. Seit sie ein kleines Mädchen war, berichtete die 69-Jährige CNN, habe sie nur einen Weihnachtswunsch gehabt: Endlich ihre biologische Mutter zu treffen. Und ausgerechnet an Weihnachten gelang im vergangenen Jahr dann auch der Durchbruch. Damals bekam Moultroup von ihrer Tochter nämlich ein DNA-Kit geschenkt, mit dem biologische Verwandte ausfindig gemacht werden können. „Plötzlich hatte ich nicht mehr drei Verwandte (die Tochter und zwei Enkelkinder) sondern 1600", berichtete Moultroup.

„Es war ein Fest des Weinens"

Die 69-Jährige nahm Kontakt zu einer Cousine auf und über diese schließlich zu ihrer Mutter Genevieve Purinton. Am vergangenen Montag war es dann so weit: Mutter und Tochter trafen sich zum allerersten Mal in Purintons Seniorenwohnheim in Florida. „Es war ein Fest des Weinens", sagte Moultroup anschließend CNN — und empfahl Menschen in einer ähnlichen Situation, ihre Chance zu nutzen und ebenfalls einen DNA-Test zu machen. Die 69-Jährige feiert dieses Weihnachten nun mit der Gewissheit, Tausende Verwandte zu haben. Und sie ist noch lange nicht am Ende: Im Januar will sie zwei Halbschwestern väterlicherseits treffen. (TT.com)

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