Bezirk Kufstein

Rodler werden künftig vom Kufsteiner Bobweg verbannt

Rodeln ist beliebt – die Strecken dafür werden im Bezirk aber immer weniger.
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Betreiber für Rodelweg Hinterdux gesucht. Vorerst musste der Kufsteiner Gemeinderat die beliebte Strecke für den Wintersport sperren.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Rodeln, das sei die „Operette des kleinen Mannes“, meinte VP-Gemeinderat Simon Hermann Huber in Anspielung auf die hohen Investitionen und das große Engagement im Kulturbereich wie dem Operettensommer. So viel Geld und Einsatz würde er sich für die Erhaltung der Rodelbahn am Kufsteiner Bobweg wünschen. Diese Strecke ist nämlich seit Mittwochabend für Wintersportler Geschichte.

BM Martin Krumschnabel (Parteifreie) musste bei der Gemeinderatssitzung berichten, „dass der Betreiber des Berghotels Hinterduxerhof unwiderruflich erklärt hat, dass für die kommende Wintersaison und auch in weiterer Folge kein Interesse an der Aufrechterhaltung des Rodelbetriebs besteht“. Da auch seitens des TVB keine Erklärung vorliege, Risiken und Kosten zu übernehmen, „hat der Stadtrat den weiteren Betrieb ausgeschlossen“, berichtete Krumschnabel weiter. Damit sei ein 1997 beschlossenes zeitlich begrenztes Pkw-Fahrverbot auf der Strecke aufzuheben.

GR Huber wies darauf hin, dass das Rodeln im „Volkswillen einen sehr hohen Stellenwert“ hat. Und auf dem Bobweg „habe sich jeder Kufsteiner schon einmal die Finger abgefroren“, die Rodelbahn habe Tradition. Für ihn müssten TVB und Stadtwerke als Kaiserliftbetreiber hier mehr Engagement zeigen.

Für VP-GR Richard Salzburger ist Rodeln „ein günstiges Vergnügen für jeden. Es gibt ein riesiges Marketingbudget und auch der Tourismusverband gibt für alles Mögliche Geld aus. Aber so eine Einrichtung für Jugendliche können wir uns scheinbar nicht mehr leisten.“ Es müsste möglich sein, eine Haftpflichtversicherung für die drei Monate zu bezahlen. Er habe „mit Häme die Berichterstattung (in der TT, Anmerkung) über die Rodelbahn auf die Wörgler Möslalm verfolgt und dass man dort nicht in der Lage ist, eine Rodelbahn weiterzuführen. Jetzt haben wir das gleiche Problem.“

Es liege nicht am Geld, erklärte BM Krumschnabel. Denn auch am Stadtberg (der zweiten Rodelbahn) bezahle man dafür, dass der dortige Wirt die Strecke in Schuss halte. „Bei der Rodelbahn Hinterdux ist es zu einem Unfall gekommen und damit wurde ich das erste Mal damit konfrontiert. Ich habe festgestellt, dass sich der Wirt gar nicht zuständig fühlt. Er war nicht dazu zu bringen, auf städtische Kosten die Rodelbahn instand zu halten. Das ist leider nicht gelungen.“ Der Bauhof sei nicht dazu in der Lage, und „einfach die Leute fahren zu lassen und eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, ist absurd, wir müssten dafür sorgen, dass nichts passiert“. Sobald das jemand übernehme, sei Geld vorhanden.

Die Wirtsfamilie erklärte gegenüber der TT, dass man die Haftung nicht übernehmen könne.

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