Klare Mehrheit für Ausbau der Skiarena Samnaun-Ischgl

Die Samnauner Bevölkerung votierte mit 69,2 Prozent für die Erweiterung des grenzüberschreitenden Skigebietes auf Schweizer Seite. Ischgl zieht mit.

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Auf der Schweizer Seite der grenzüberschreitenden Skiarena Samnaun-Ischgl sind vier neue Lifte bzw. Zubringerbahnen geplant.
© Wenzel

Samnaun, Ischgl –„Das Stimmvolk der Bündner Gemeinde Samnaun gewährt den Bergbahnen Bau- und Durchleitungsrechte“, ist in Schweizer Medien zur Volksabstimmung im Ischgler Nachbardorf zu lesen. Das Ergebnis vom Sonntagabend ist mit 69,2 Prozent Ja- und 30,8 Prozent Nein-Stimmen deutlich ausgefallen, die Wahlbeteiligung lag bei 80 Prozent.

Die Bergbahnen im Zollfreidorf haben damit grünes Licht für den Bau von vier Liften bzw. Zubringerbahnen auf der Schweizer Seite der gemeinsamen Skiarena Samnaun-Ischgl. In Summe sollen 90 Mio. Schweizer Franken (80 Mio. Euro) investiert werden. Mario Jenal, Direktor Bergbahnen Samnaun, erklärte am Montag: „Wir sind mit dem Resultat sehr zufrieden. Es ist ein starkes Zeichen der Stimmbevölkerung.“

In einem Communiqué der Gemeinde Samnaun heißt es: „Die Entwicklung der Logiernächte ist bei uns weniger gut gelaufen als in Ischgl. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Ischgler Beherbergungsbetriebe besser an das Skigebiet angebunden sind.“

Mit dem Ausbau des Skigebietes soll „ein wegweisender Schritt in die Zukunft gemacht werden, vor allem auch für die Samnauner Jugend“. Im Zuge des Liftausbaus soll das Skigebiet um rund 80 Hektar erweitert werden. Die Erweiterung sei bereits Teil des regionalen Richtplans.

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Übrigens: Auch bei den Schweizer Behörden braucht alles seine Zeit. „Bei optimalem Verlauf der Bewilligungsverfahren rechnen wir mit einer Projektumsetzung in den nächsten drei bis fünf Jahren“, hofft man in der Samnauner Gemeindestube.

Für die Ischgler Silvretta Seilbahn (SSAG) erklärte Vorstand Hannes Parth am Montag: „Wir möchten die Mehrheit der Gesellschaft von 51 Prozent halten.“ Wenn die Schweizer das Kapital aufstocken, werde man die nötigen finanziellen Anpassungen machen. „Aber das alles wird in Etappen abgewickelt.“ Bauliche Aufgaben werde es auf Ischgler Seite ebenfalls geben, etwa den Liftausbau vom Höllboden auf den Salaaser Kopf, sagte Parth.

In der Schweiz gibt es aber auch kritische Stimmen. Wertvolle Naturräume und geschützte Landschaften würden zerstört, ist die Geschäftsführerin von Pro Natura Graubünden, Jaqueline Von Arx, überzeugt: „Wir werden Einspruch gegen das Projekt erheben, weil es mit den geltenden Gesetzen nicht vereinbar ist.“ (hwe)


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