Stadt und TVB müssen für Rad-WM tiefer in Kasse greifen

38.000 zusätzliche Euros waren für die Rad-WM in Kufstein nötig. Fehlende Camper und Sponsoren sowie ein teures Konzert sprengten das Budget.

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Die Straßenrad-Weltmeisterschaft begeisterte die Zuschauer in Kufstein. Aber nach der Abrechnung mussten Stadt, Tourismusverband und Standortmarketing Geld nachschießen.
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Von Wolfgang Otter

Kufstein –Hunderttausende begeisterte Zuschauer entlang der Strecke und Millionen vor den TV-Geräten. Die UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaft im September in Tirol dürfte vor allem medial durchaus ein Erfolg gewesen sein. Sportlich brachte sie zudem eine Goldmedaille für Österreich. Immer wieder richtete sich auch die Aufmerksamkeit aufs Unterland. Rattenberg und besonders Kufstein waren Startorte für die Rennen mit entsprechendem medialen Widerhall.

Fast zwei Jahre lange hatte das Organisationsteam rund um das Standortmarketing Kufstein geplant, kalkuliert und letztlich organisiert. Es kamen dann auch viele Zuschauer (genaue Zahlen sind wegen des freien Eintritts nicht bekannt) nach Kufstein, um den Start mitzuerleben. Trotzdem blieb ein Finanzloch, das nun TVB, Stadt und Standortmarketing füllen müssen. Rund 38.000 Euro, so Bürgermeister Martin Krumschnabel, seien noch offengeblieben. Stadt und TVB haben nun 15.000 Euro übernommen, das Standortmarketing 8000 Euro, wie Krumschnabel weiter erklärt. Dies sei vom Stadtrat genehmigt worden.

Insgesamt haben Stadt und TVB 450.000 Euro Anteil an den WM-Kosten „nach Innsbruck überwiesen“, wie dazu TVB-Kufsteinerland-GF Stefan Pühringer erklärt.

Laut Stadtratsbeschluss wurde vor Ort der Beitrag von den beiden Gesellschaftern (Stadt und TVB) von je 75.000, also 150.000 Euro, durch Einnahmen auf 240.000 Euro gesteigert. Übrig blieben aber die besagten 38.000 Euro.

Das Finanzloch wurde durch mehrere Faktoren verursacht, wie der TVB-Geschäftsführer einräumt. Zum einen hatte man mehr Geld für die Gebühren von Dauercampern eingeplant, dann sei das Bonnie-Tyler-Konzert „durch Flugumbuchungen teurer geworden“ und letztlich sind auch die Sponsorengelder nicht im erwarteten Ausmaß gesprudelt. Dem stehe aber eine Wertschöpfung von rund 800.000 Euro für Kufstein und die Region gegenüber, wie Pühringer hochgerechnet hat. „Im Jänner werden wir auch die Medienauswertung bekommen“, weiß Pühringer. Auch ohne diese steht für die Verantwortlichen fest, dass die Werbung durch die Straßen-WM unbezahlbar gewesen sei. Immerhin wurden durch das strahlende Herbstwetter unvergleichliche Bilder in die Welt transportiert.

Erfreut sei er nicht, so Kufsteins Bürgermeister Krumschnabel, aber „es handelt sich um einen Betrag, bei dem man nicht behaupten kann, man habe Gold-Nuggets unter die Leute gestreut“.


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