Eine gar nicht so stille Nacht

Die Proben für das Stück rund um das 200 Jahre alte Lied „Stille Nacht“ laufen auf Hochtouren. Die Schauspieler lassen die Geschichte mit viel Gefühl und Gänsehautmomenten aufleben.

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Heute wird noch im Fügener Schloss geprobt, dann erst auf der großen Bühne im SZentrum.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen, Schwaz –Von Stille keine Spur. Es wird geklatscht, gejubelt, gejodelt, getanzt und vor allem auch gesungen. Bei den Proben zum Singspiel „Stille Nacht – Die wahre Geschichte“ geht es ordentlich rund. Die Stimmung im Fügener Schloss ist euphorisch und das, obwohl bereits seit Monaten geprobt wird. Und das weltbekannte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ hängt den Mitwirkenden noch nicht einmal zum Hals heraus. „Wir setzen das Lied nur spärlich ein und es wird sehr schön interpretiert. Da wird man irgendwie unersättlich“, sagt Regisseur Thomas Gassner.

Die Geschichte, wie die Zillertaler Geschwister Strasser das Lied in die Welt getragen haben, ist nichts Neues. Das Stück transportiert auch, wie das Leben damals war, welche Herausforderungen es gab oder was die Menschen bewegte. „Es gab eine große Armut, die Leute haben sich mit der Musik etwas dazuverdient. Aber es ging auch um ein Lebensgefühl. Das Stück zeigt, wie man früher mit der Musik dem tristen Alltag entfliehen konnte“, verrät Gassner.

Die Hauptdarsteller Katharina Feichtner, Simone Mitterer, Michaela Gruber und Paul Haber (v. l.) singen nicht nur „Stille Nacht, heilige Nacht“, sondern jede Menge Lieder aus der damaligen Zeit.
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Neben einem kleinen Kammerorchester punkten vor allem die Hauptdarsteller mit starken Stimmen. „Manche Szenen gehen mir jedes Mal wieder unter die Haut. Es ist ein sehr berührendes Stück“, sagt Paul Haberl. Michaela Gruber geht die Szene sehr nahe, in der sie als Anna mit ihrem Vater streitet, weil er gegen die Reise seiner Kinder nach Leipzig ist. „Da zeigt Anna, dass sie eine starke Frau ist“, sagt Gruber. Auch die Verabschiedung vom Vater oder die Szene, als die vier Geschwister in der Gosse landen, gehen nahe. „Man fühlt sich da so hinein. Ich bin jedes Mal wieder wirklich den Tränen nahe. Diese Geschichte ist so intensiv“, sagt Simone Mitterer während einer kurzen Probenpause. Das Singen und Schauspielern zu vereinen, fiel Katharina Feichtner anfangs nicht so leicht. Aber sie hat schnell in ihre Rolle gefunden und freut sich auf jede Probe.

Die Musik ertönt. Sechs Kinder rennen quer durch den Raum. Sie lachen, tanzen und drehen sich wild im Kreis. „Stopp. Gleich noch einmal. Aber diesmal machen wir es anders“, sagt Gassner. Er gibt den Kindern Tipps. Sie bringen sich aber auch selbst ein. „Es gefällt mir, dass wir Kinder auch wirklich was zu tun haben und mitspielen können“, sagt Klara. Auch Sofia spielt mit riesiger Freude mit. „Die Proben sind immer lässig und die Geschichte finde ich echt spannend“, sagt die Zwölfjährige. Ihre Freundin Hannah mag es besonders, dass im Stück so viele Emotionen gezeigt werden. „Ich will nächstes Jahr unbedingt wieder mitspielen“, so Eva.

Zu sehen ist das Singspiel am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr und am Sonntag um 19 Uhr im SZentrum Schwaz.


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