Die E-Werke Reutte drehen an der Preisschraube

Der Außerferner Energieversorger hebt die Tarife 2019 an. Der Strom wird teurer, beim Gas wird ein zusätzlicher Grundpreis eingehoben.

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Ein Durchschnittshaushalt muss für Strom im kommenden Jahr zirka 63 Euro mehr auf den Tisch legen.
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Von Simone Tschol

Außerfern –„Wir haben die Strompreise über Jahre stabil gehalten, aber jetzt geht es nicht mehr anders. Wir müssen sie anheben.“ EWR-Vorstand Christoph Hilz hat für die Kunden zum Jahreswechsel keine guten Neuigkeiten, hält jedoch fest: „Es wird nicht ausufern. Wir liegen 2019 mit 6,45 Cent pro Kilowattstunde beim Preisniveau von 2013.“

Ausschlaggebend für die Anhebung der Stromtarif­e – ein Durchschnittshaushalt muss mit Mehrkosten von zirk­a 63 Euro im Jahr rechnen – seien mehrere Faktoren. Hilz: „Zum einen haben sich die Beschaffungspreise an der Strombörse fast verdoppelt, hinzu kommt die Marktpreiszonentrennung zwischen Österreich und Deutschland. Diese begrenzt die Übertragungskapazitäten und treibt den Energiepreis in Österreich zusätzlich nach oben. Das muss man sich vorstellen wie eine Maut im Straßenverkehr.“ Zum anderen liegen die EWR heuer, was die Eigenproduktion betrifft, durch die geringe Niederschlagsmenge 25 Prozent unter Plan. Und zu guter Letzt müssen 20 Prozent des Stroms von der OeMA­G, der Abwicklungsstelle für Ökostrom AG, angekauft werden.

Wie sich die Preise entwickeln werden, sei nicht absehbar. Kunden hätten jedoch die Möglichkeit, sich mit einem neuen Vertrag zum Preis von 6,65 ct/kWh für zwei Jahr­e abzusichern.

„Aber wir werden in Zukunft sicher neue Wasserkraftwerke bauen müssen, werden die Photovoltaik ausbauen, aber zugleich auch Strom sparen müssen“, sagt Hilz mit Blick in die Zukunft.

Auch die Gasrechnungen der EVA (Erdgasversorgung Außerfern) werden im kommenden Jahr höher ausfallen. Zwar bleibt der Preis mit 2,65 ct/kWh stabil. Ab 2019 wird jedoch ein monatlicher Grundbetrag von zusätzlich zwei Euro eingehoben. „Hier gibt es ebenfalls ein Vertragsmodell, das den Erdgaspreis mit 2,85 ct/kWh für zwei Jahr­e fix garantiert“, sagt Hilz.

Um 2,5 Prozent angehoben werden auch die Preise für Wasser und Abwasser in der Marktgemeinde Reutte (das Kanalnetz gehört den EWR). Der Reuttener Durchschnittshaushalt, der neben Strom auch Gas von den E-Werken bezieht, muss in Summe im nächsten Jahr für Energiekosten rund 90 Euro mehr kalkulieren. Hilz: „Jede Preiserhöhung ist unglücklich. Aber wir müssen die hohen Kosten auf die Preise umlegen.“


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