Mann in NÖ Asylquartier getötet - Gutachter empfahl Einweisung

Wiener Neustadt (APA) - Jener 25-Jährige, der im Mai einen Mann in einer Asylunterkunft in Maria Enzersdorf getötet haben soll, leidet laut ...

  • Artikel
  • Diskussion

Wiener Neustadt (APA) - Jener 25-Jährige, der im Mai einen Mann in einer Asylunterkunft in Maria Enzersdorf getötet haben soll, leidet laut Gutachten an paranoider Schizophrenie und ist nicht zurechnungsfähig. „Es besteht ein hoher Grad an Gefährlichkeit“, sagte Sachverständiger Manfred Walzl in der Geschworenenverhandlung in Wiener Neustadt. Er empfahl eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Dem Gutachter zufolge liegt bei dem 25-Jährigen eine seelische oder geistige Abartigkeit höheren Grades und eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung vor, es fehle eine Krankheits- und Deliktseinsicht. Aus Sicht der Psychiatrie bestehe „überhaupt kein Zweifel“, dass der Nigerianer unter dem Eindruck dieser Krankheit gehandelt habe. Der Betroffene habe einen „Sturm bzw. Ausbruch an Aggression“ gehabt. Es sei davon auszugehen, dass der Mann mit großer Wahrscheinlichkeit weitere strafbare Handlungen mit schweren Folgen - bis hin zum Mord - begehen werde.

Es sei ein „ganz schwerer Systemfehler“, einen Mann mit dieser Erkrankung ohne soziales Umfeld wegzuweisen, betonte Walzl außerdem. Der Mann leide an einem Wahn und es sei anzunehmen, dass er Stimmen gehört habe. „Er erkennt einen Baum nicht als Baum, sondern das kann für ihn auch ein Lebewesen sein“, der 25-Jährige habe auf einen Baum eingestochen.

Laut dem gerichtsmedizinischen Gutachten von Wolfgang Denk erlitt das Opfer vielfache Kehlkopfbrüche, eine Quetschung und Einengung des Kehlkopfraumes und eine Blutstauung in Schädel und Hals. Denk sprach von einer „massiven stumpfen Gewalteinwirkung“ und einem massiven Angriff gegen den Hals. Der Mann sei nach einer „Vielzahl von Fußtritten“ erstickt.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Da das Opfer nur wenige Abwehrverletzungen aufwies, ging Denk von einem „sehr überraschenden Angriff“ aus, durch den es zu Sturz gebracht worden sei. Auf den am Boden liegenden Mann wurde massiv eingetreten. Er habe bei der Obduktion „eine blutige gequetschte Masse, bei dem man anatomische Strukturen nur mehr sehr mühsam voneinander differenzieren konnte“, vorgefunden.


Kommentieren