Dragnea sieht Rumänien von „vergifteten Nahrungsmitteln“ überflutet

Bukarest (APA) - Der starke Mann Rumäniens, Liviu Dragnea, hat dem Ausland vorgeworfen, sein Land mit „vergifteten“ Lebensmitteln zu überflu...

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Bukarest (APA) - Der starke Mann Rumäniens, Liviu Dragnea, hat dem Ausland vorgeworfen, sein Land mit „vergifteten“ Lebensmitteln zu überfluten. „Nahrungsmittel voller Gift, voller Chemikalien kommen nach Rumänien“, beklagte der Chef der regierenden Sozialdemokraten (PSD) am Sonntagabend laut der Nachrichtenagentur Agerpres bei einer Parteisitzung in Bukarest.

Dragnea forderte die Regierung dazu auf, ein Programm „zum Schutz der rumänischen Kinder und der rumänischen Bürger“ zu starten, „um zu verhindern, dass sie vergiftete Nahrungsmittel konsumieren“. Rumänien importiere Nahrungsmittel, die von schlechterer Qualität seien als in deren Ursprungsländern, kritisierte der rumänische Parlamentspräsident, der wegen einer Vorstrafe nicht selbst die Regierung führen darf.

Dragnea erinnerte daran, dass er „gefälschte Waren“ schon vor zwei Jahren zum Thema gemacht habe und forderte Premierministerin Viorica Dancila auf, „keine weiteren Verzögerungen zu akzeptieren“. Noch vor Jahresende solle es einen Maßnahmenplan geben. Sollten die zuständigen Behörden „nicht fähig sein, die rumänischen Bürger zu schützen, müssen sie nach Hause gehen!“

Bei der Kampagne solle es nicht nur um Nahrungsmittel mit „Gift“ und von schlechterer Qualität gehen, „denn wir sind hier in Rumänien und wir können hier tun, was immer wir wollen“, betonte der PSD-Chef, dessen Land mit Jahresbeginn für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz übernimmt.

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Der wegen Übergriffen auf die Justiz umstrittene Politiker schoss sich in seiner Rede auch auf internationale Konzerne ein, die für ihre „großen Profite“ in Rumänien kaum Steuern zahlten. Wie könne es etwa sein, dass eine große Supermarktkette einen Gewinn von 0,5 Prozent ausweise. „Man kann ja wirklich Mitleid mit ihnen haben. Jetzt haben sie jahrelang in diesem Land gekämpft und machen nur 0,5 Prozent Gewinn“, sagte Dragnea ironisch. Tatsächlich würden sie Steuervermeidung betreiben, rechnete der sozialdemokratische Politiker anhand eines Beispiels vor. So werde ein Saft, der für 0,9 Lei (0,19 Euro) in Rumänien hergestellt werde, offiziell in einem „Steuerparadies“ für 2,20 Lei angeschafft - und dann in Rumänien für 2,70 Lei verkauft.

Dragnea kritisierte auch ein internationales Ölunternehmen, das nur einen Gewinn von 0,8 Promille ausweise, oder ein Telekomunternehmen, das bei einem Milliardenumsatz auf einen Gewinn von 1.500 Lei komme. „Ich sage denen von hier aus, ihnen allen, dass Rumänien kein Dorf ohne Wachhunde ist. Sie können morgen alle Angriffe gegen mich, die Premierministerin, die Regierung und die Partei finanzieren, sie können das finanzieren, aber Rumänien ist kein Dorf ohne Wachhunde. Wir sind keine Attrappen, die stehen bleiben, während man uns die Ressourcen wegnimmt“.


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