Serbiens Handelsminister: Massiver Einbruch bei Exporten in Kosovo

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Die serbischen Behörden haben am Montag erste konkrete Auswirkungen der Entscheidung der kosovarischen ...

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Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Die serbischen Behörden haben am Montag erste konkrete Auswirkungen der Entscheidung der kosovarischen Regierung über die Verdoppelung der Zölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina publik gemacht. Nach Angaben von Handelsminister Rasim Ljajic war der Export in den Kosovo zwischen dem 21. November und 11. Dezember um 30 Mio. Euro geringer als in der gleichen Periode des Vorjahres.

Ministerpräsidentin Ana Brnabic hatte zuvor erklärt, dass Serbien durch die Zölle monatlich 42 Millionen Euro verliere. Nach Angaben des regionalen Freihandelsabkommens CEFTA belief sich der serbische Export in den Kosovo im Vorjahr auf 439,5 Millionen Euro, während Serbien lediglich für 48,2 Millionen Euro aus seiner früheren Provinz einführte.

Der kosovarische Premier Ramush Haradinaj hat eine eventuelle Zoll-Aufhebung an die Anerkennung seines Landes durch Belgrad geknüpft. Die serbischen Behörden schließen dies nach wie vor völlig aus. Der Kosovo hatte sich im Jahr 2008 einseitig von Belgrad losgelöst. Dieser Schritt wurde zwar von einer Mehrheit der Staaten, darunter Österreich, anerkannt, ist aber völkerrechtlich immer noch umstritten. Eine Aufnahme des Kosovo in die UNO ist bisher insbesondere am Widerstand der Vetomächte Russland und China gescheitert.


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