Wiener KH Nord: Ludwig, Frauenberger und Energetiker in U-Kommission

Wien (APA) - Die Untersuchungskommission zum Krankenhaus Nord hat für den morgigen Dienstag gleich mehrere prominente Zeugen geladen: Zu Beg...

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Wien (APA) - Die Untersuchungskommission zum Krankenhaus Nord hat für den morgigen Dienstag gleich mehrere prominente Zeugen geladen: Zu Beginn der Sitzung wird Bürgermeister Michael Ludwig befragt, danach soll Ex-Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (beide SPÖ) aussagen. Für den Abend ist dann die Befragung des Energetikers Christoph Fasching geplant.

Dabei handelt es sich um jenen „Bewusstseins-Forscher“, der um 95.000 Euro einen „Energetischen Schutzwall“ um das Großspital gelegt hat. Fasching hätte bereits vor zwei Wochen aussagen sollen, ließ sich jedoch krankheitsbedingt entschuldigen. Ob er diesmal erscheinen und aussagen oder sich entschlagen wird, ist noch nicht klar.

Der Krankenanstaltenverbund (KAV) will sich jedenfalls die Auftragssumme von 95.000 Euro von Fasching zurückholen. Da er eine dahin gehende schriftliche Aufforderung unbeantwortet gelassen habe, würden nun die entsprechenden Akten in „intensiver“ Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gesichtet und geprüft, teilte der KAV am Montag der APA mit.

Als „logische nächste Maßnahme“, kündigte der städtische Krankenhausbetreiber rechtliche Schritte gegen Fasching an. Die Rückforderung sei rechtlich fundiert, wird im KAV betont: „Herr F. hat für den Auftrag weder eine Leistungsbeschreibung noch eine entsprechende Dokumentation der Leistungen vorgelegt.“

Die Sitzung der U-Kommission startet um 9.00 Uhr. Als erster Zeuge wird Ludwig befragt. Der frühere Wohnbaustadtrat soll unter anderem Auskunft zur Grundstücksauswahl geben. In seiner Funktion als Bürgermeister soll er außerdem über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte in Bezug auf das Spital informieren.

Im Bürgermeister-Büro gibt man sich ob der Ladung des Stadtchefs jedenfalls entspannt und verweist darauf, dass Ludwig selbst es gewesen sei, der die Idee zur U-Kommission gehabt habe. Insofern sei man um volle Aufklärung bemüht und stelle sich gelassen den morgigen Fragen der Opposition, teilte ein Sprecher der APA mit.

Das Gremium hat sich für Dienstag ein dichtes Programm vorgenommen. Ebenfalls auf der Liste der Zeugen stehen Frauenberger, die von Jänner 2017 bis Mai 2018 als Gesundheitsstadträtin für das Großprojekt verantwortlich war, Susanne Lettner, die ehemalige Projektleiterin des KH Nord im Krankenanstaltenverbund, sowie der für den Bau zuständige Projektleiter Wolfgang Strenn.

Nach der morgigen Sitzung legt die U-Kommission aufgrund der Feiertage eine längere Pause ein. Erst am 15. Jänner, also in einem Monat, nimmt das Gremium voraussichtlich seine Arbeit wieder auf.


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