Mercedes-Verkauf um einen Euro: Prozess

Kuriose Züge nahm gestern am Landesgericht ein Prozess rund um den Verkauf eines Mercedes an. Angeklagt war ein Deutscher, der samt zehn Vor...

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Trotz Pfändung mittels Radklammer Auto weiterverkauft.
© Thomas Böhm / TT

Kuriose Züge nahm gestern am Landesgericht ein Prozess rund um den Verkauf eines Mercedes an. Angeklagt war ein Deutscher, der samt zehn Vorstrafen nach Österreich gezogen war, wegen betrügerischer Krida und Urkundenfälschung. Auch in Tirol war der Deutsche 2017 vom Exe­kutor verfolgt worden. Als jener dann in der Tiefgarage des Angeklagten einen schönen Mercedes vorgefunden hatte, dessen Zulassungsbesitzer der Deutsche war, ließ der Gerichtsvollzieher zur Pfändung gleich Radklammern anlegen. Genützt hatte es freilich nichts. War das Auto doch schon wenig später ohne Klammern weiterverkauft worden. Vor Richter Josef Geisler verantwortete sich der Angeklagte damit, dass der Wagen eigentlich im Eigentum seines nunmehr verstorbenen Vaters gestanden hätte. Dieser habe den vier Jahre alten Allrad-Mercedes dann für einen Euro an eine bulgarische Firma weiterverkauft. Mittels Vollmacht sei der Mercedes schließlich vom Angeklagten zu einem Händler gegeben worden. Richter Geisler rang nach dieser Geschichte mit der Fassung und vertagte zur Ausforschung der bulgarischen Firma: Abschlussdialog: „A bissl verdächtig klingt das aber schon alles, Herr Angeklagter, oder?“ „Ja, Herr Rat, i geb zu, a Gschmäckle hat’s!“

Zu einem Jahr Haft (acht Monate bedingt) und sechs Monaten bedingter Haft samt 960 Euro Geldstrafe wurde gestern ein betrügerisches Pärchen verurteilt. Vermutlich gegen Provision hatten beide ihre Konten zur Verfügung gestellt, um über diese 30.000 Euro laufen zu lassen, welche zuvor von Rentnerkonten ergaunert worden waren. (fell)


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