Vereine im Bezirk Schwaz bangen: Fixe Subventionen aufgelöst

Die Gemeinden Schwaz und Mayrhofen haben ihr Budget fürs kommende Jahr festgelegt. Viele Millionen Euro werden ausgegeben. Doch im Bereich Kultur wird umgeschichtet. Manche Vereine bangen um Zuschüsse.

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© APA (Archiv/dpa)

Von Eva-Maria Fankhauser

und Angela Dähling

Schwaz, Mayrhofen –„Was geht da vor?“, fragte GR Daniel Kirchmair (FP) bei der Budgetsitzung der Schwazer Stadtgemeinde provokativ. Denn die allgemeine Förderung für Theatervereine wurde zwar von 6300 Euro auf 15.000 Euro erhöht, doch dafür wird bei der Förderung der darstellenden Kunst kein einziger Euro budgetiert. Auch die Projektsubventionen Theater sind von 10.000 Euro auf 5000 Euro geschrumpft.

BM Hans Lintner versuchte zu erklären, dass man in diesem Bereich versucht hat, Posten zusammenzuziehen. „Wenn alles immer schon fixiert ist, welcher Verein wie viel kriegt, dann braucht es keine Diskussion im Kulturausschuss mehr“, sagte Lintner. Man wolle die Posten „globaler fassen“, um dann finanzielle Schwerpunkte setzen zu können. Der Kulturausschuss solle kein „Abnick-Organ“ sein, sondern dadurch nun besser einzelne Projekte fördern können. GR Hermann Weratschnig (Grüne) findet zwar eine längere Vorausschau gut, sagt aber: „Vorher konnten sich die Schützen und andere Vereine auf einen Zuschuss verlassen. Jetzt ist es eher so, dass der, der zuerst malt, zuerst kommt.“ Er sieht das kritisch.

Da widerspricht Kulturreferentin Iris Mayler-Schrey: „Das wird es nicht geben. Es wird schon Sparmaßnahmen geben, wir können nicht ständig mehr hergeben. Aber die Vereine erhalten Unterstützung, darauf können sie sich verlassen.“

Das Budget der Stadt zu lesen, wird schwieriger. Posten wie „Ausstellungen Rabalderhaus“ stehen auf null. Dafür wurden laut Kulturamtsleiter Reinhard Prinz anderswo Posten geschaffen oder die allgemeine Förderung für Ausstellungen von Museen deutlich erhöht. „Uns geht kein einziger Euro ab“, sagt er zufrieden. Und doch sind beim Musikbudget deutlich weniger Gelder im Voranschlag abgebildet. Es wurde ein neuer Posten mit 75.000 Euro geschaffen: allgemeine Musikförderung. Dafür fallen u. a. die Förderung Stadtmusik, Knappenmusik, Konzerte der Stadt Schwaz, Subvention Städtischer Orchester oder Sondersubvention (Liedertafel, Musicals ...) auf null Euro. Zusammengerechnet sind es neun Posten, die 2018 mit 101.400 Euro gefüllt waren und nun keinen Cent mehr beinhalten. Der übergeordnete Posten beinhaltet aber nur 75.000 Euro.

Auch in Mayrhofen sorgten beim Budget die Vereinsfördungen für Diskussionsbedarf im Gemeinderat. Zwar bekommen die Vereine im Vergleich zu 2018 mit knapp 100.000 Euro um 15 Prozent mehr Subventionen, doch bei der Verteilung wird jetzt genauer hingeschaut. Im Herbst rief die Gemeinde die Vereine via Homepage und Heimatstimme dazu auf, ihre Förderungsansuchen zu stellen. „Einige kriegen jetzt ohne Ansuchen trotzdem etwas, andere trotz schriftlicher Begründung, warum zusätzliches Geld gebraucht wird, um die Hälfte weniger“, kritisierte GR Heidi Lassnig („Für Mayrhofen“). Als Beispiel nannte sie die Bergrettung, die wie immer 1000 Euro erhalte, obwohl um 2000 Euro angesucht wurde. Eine Antwort zu diesem konkreten Fall blieb aus. Generell lautete der Tenor aber, die Gemeinde wolle genauer hinschauen und mehr Informationen über Vereinszweck, Tätigkeitsfeld, Mitgliederzahlen, Gemeinnützigkeit etc., vor allem von neuen Vereinen, erhalten und dann über Subventionen entscheiden. „Wir hatten 55 Ansuchen, 34 wurden positiv beantwortet“, informierte GR Franz-Josef Eberharter („Für Mayrhofen“). „Ab 10.000 Euro Förderung brauchen wir einen genauen Tätigkeitsbericht und die Vorlage von Rechnungen. Es geht ja um öffentliche Gelder“, meinte er. Es mache ihn etwa skeptisch, wenn ein Sportclub um Geld für Busfahrten zu Spielen ansuche, er aber wisse, dass kaum Busse dafür in Anspruch genommen würden. Oder wenn ein Verein für musikalische Ausbildungen weit mehr veranschlage als jene in Nachbarorten. Dem wurde nicht widersprochen und der Budget-Voranschlag für 2019 einstimmig genehmigt.


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