Künstlerisches Schaffen vom Glauben bestimmt

Arbeiten von Siegfried Krismer aus Fiss laden zur inneren Vertiefung. Auf Schloss Landeck sind Schnitzereien, Aquarelle und Holzschnitte zu sehen.

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Ausstellung auf Schloss Landeck.
© Hauser

Landeck –Es gibt wohl kaum einen zweiten Künstler in Tirol, dessen kreatives Schaffen so sehr mit religiöser Thematik verbunden ist wie jenes von Siegfried Krismer aus Fiss. 1944 ebendort geboren, besuchte er die Hauptschule in Prutz, wo der Oberländer Künstler und Pädagoge Engelbert Gitterle sein künstlerisches Talent erkannte.

Auf Empfehlung Gitterles führte der Weg von Krismer dann in die Gewerbeschule für Holz- und Steinbildhauerei in Innsbruck (die spätere HTL). Seine Vorliebe für das abstrahierende Gestalten sollte der junge Fisser dort entdecken und im Laufe des Lebens sukzessive verfeinern. Zur Grundausbildung an der HTL gehörten auch Malerei, Vergolden und grafisches Gestalten, was ihm in späteren Jahren mehrere Aufträge in Form von Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche einbrachte.

Zurück von der HTL sollte Krismer aber auch den bäuerlichen Hof in Fiss übernehmen. Über mangelnde Beschäftigung konnte er definitiv nicht klagen. Nichtsdestotrotz blieb ihm genügend Zeit für seine Kunst, ja sogar für das Betreiben einer eigenen Galerie. Von 1988 bis 2009 organisierte Krismer 84 Ausstellungen in seiner Galerie am Kirchplatz in Fiss.

Daneben gab es jede Menge Ausstellungen und Aufträge im In- und Ausland. „Durchkreuzte Wege“, so lautet der Titel eines nicht nur im Oberland bekannten Buches, das der Fisser Kunstschaffende in Zusammenarbeit mit der Imster Dichterin Annemarie Regensburger 2003 schuf.

Einblicke in das vielfältige Wirken Krismers gewährt derzeit die Ausstellung unter dem Titel „Ein Querschnitt“ auf Schloss Landeck. Arbeiten in Bronze, Schnitzereien, Aquarelle und Holzschnitte, vorzugsweise bestimmt von religiöser Thematik, laden zur inneren Vertiefung. Ikonen gleich sind es sehr persönliche Darstellungen von Glaubensinhalten und dazu angetan, Ehrfurcht zu erwecken, eine existenzielle Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten bzw. indirekt auch zwischen dem Betrachter und dem Göttlichen aufzubauen.

Zu sehen bis 6. Jänner, täglich 13 bis 17 Uhr. Am 1. Jänner ist Ruhetag. (hau)

Künstler Siegfried Krismer.
© Hauser

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