Von der Leyen mahnt zur Geduld beim Aufbau Afghanistans

Kabul/Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei ihrem Besuch der Bundeswehr-Soldaten in Afghanist...

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Kabul/Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei ihrem Besuch der Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan zur Geduld beim Aufbau des Landes aufgerufen. „Ganz wichtig ist es, strategische Geduld zu haben und durchzuhalten, das Erreichte zu verteidigen“, sagte von der Leyen am Dienstag im ZDF-“Morgenmagazin“.

Die Bundeswehr könne jedoch „nur Zeit sichern, bis eine politische Lösung des blutigen Konflikts zwischen der radikalislamischen Taliban und der Regierung gefunden sei.

Von der Leyen äußerte sich vom Feldlager der Bundeswehr in nordafghanischen Mazar-e-Sharif aus. Sie begrüßte die „Verhandlungsbereitschaft“ der Taliban und der Regierung. Es müsse Druck jedoch weiter Druck auf die Konfliktparteien ausgeübt werden, damit es zu Verhandlungen komme.

Zugleich betonte die Ministerin, dass die Bundeswehr mit ihrem Einsatz in Afghanistan in den vergangenen Jahren viel erreicht habe. Zwei Drittel der Bevölkerung stünden mittlerweile unter dem Schutz der afghanischen Sicherheitskräfte. „Wir sehen eine junge Bevölkerung, die lesen und schreiben kann, das war vor 15 Jahren die absolute Ausnahme.“ Allerdings gebe es derzeit ein „strategisches Patt“ zwischen Regierungstruppen und Taliban.

Von der Leyen war am Montag zu dem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Im Camp Marmal wollte sie unter anderem mit der Einsatzführung und mit Soldaten sprechen und sich über die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte informieren. Der bereits traditionelle vorweihnachtliche Afghanistan-Besuch der Ministerin hat vor allem symbolische Bedeutung.

Derzeit sind rund 1.150 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert. Sie unterstützen dort die NATO-Ausbildungsmission „Resolute Support“. Deutschland trägt als „Rahmennation“ im Norden Afghanistans die Verantwortung für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte im Zuge des internationalen NATO-Einsatzes. Österreich ist mit 27 Soldaten beteiligt.

Die deutsche Bundeswehr ist seit 2002 in Afghanistan im Einsatz. 13 Jahre leistete die International Security Assistance Force (ISAF) ihren Beitrag zur Sicherheit am Hindukusch. Am 1. Jänner 2015 wurde der NATO-geführte ISAF-Einsatz durch die Ausbildungs- und Beratungsmission „Resolute Support“ abgelöst.


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