Tiroler Einkaufszentren befinden sich „im Gutscheinkampf“

Manager von Einkaufszentren freuen sich über den großen Ansturm. Traditionell gibt es nach Weihnachten Rabatte bis minus 70 Prozent.

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Viele Menschen begeben sich dieser Tage in die Einkaufszentren, um das eine oder andere Schnäppchen zu erstehen.
© Foto TT / Rudy De Moor

Innsbruck –Sehr zufrieden mit dem Besucheransturm im Kaufhaus Tyrol zeigt sich Center-Manager Sebastian Schneemann, bis morgen rechnet er mit guten Geschäften: „Vor Weihnachten war noch relativ wenig Ware reduziert, jetzt kosten Produkte aber manchmal zwischen 50 und 70 Prozent weniger.“ Am kommenden Montag, zu Silvester, rechnet Schneemann dann nicht mehr mit dem großen Ansturm. Es werde nur noch das Notwendigste für die Feierlichkeiten eingekauft.

Auch der Manager des Einkaufszentrums DEZ, Helmut Larch, ist glücklich: „Es ist viel los“, sagt er. Seine Vermutung: Freizeitaktivitäten würden – wegen des guten Wetters – gerne in die Stadt verlegt. Parkplatzprobleme seien aber keine zu erwarten. „Wir haben geplant und koordiniert, Besucher werden auf freie Parkplätze umgeleitet“, sagt Larch.

„Voll im Gutscheinkampf“ befindet sich laut Manager Markus Siedl auch das Einkaufzentrum Sillpark. Er freut sich für den Handel, dass das Weihnachtsgeschäft traditionell bis Silvester weiter verlängert wird. Der Ausverkauf nach dem Heiligen Abend sei sehr gut angelaufen, „wenn die Besucher da sind, dann wird auch Geld ausgegeben“. Das Weihnachtsgeschäft sei aber nicht mehr das, was es einmal war, sagt der Handelsexperte der Wirtschaftskammer Roman Seeliger. Es werde zwar nicht weniger verdient, trotzdem verschieben sich die Einnahmen verstärkt nach vorne und nach hinten. Einerseits zum so genannten „Black Friday“, andererseits zum Einlösen der Gutscheine, die seit Jahren das beliebteste Weihnachtsgeschenk sind.

Noch in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrtausends machten die vier Wochen vor Weihnachten rund zehn Prozent des Handelsumsatzes aus, jetzt liege man bei 2,2 Prozent, sagt Seeliger. Heuer werde der Handel mit seinem Weihnachtsgeschäft knapp unter dem Vorjahresumsatz liegen. Unter Berücksichtigung der Jahresinflation von rund zwei Prozent fällt der Rückgang allerdings noch deutlicher aus. Aber so genau lasse sich das nicht sagen, da heuer der 8. Dezember auf einen Samstag fiel und davor mit dem „Black Friday“ das Weihnachtsgeschäft heuer schon früher gestartet ist, gibt Seeliger zu bedenken.

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Ein weiterer Fixpunkt des Weihnachtsgeschäfts ist zu Jahresbeginn der höhere Andrang bei der Schuldnerberatung. Viele Menschen hätten in dieser Zeit bei Geldangelegenheiten einen „blinden Fleck“, warnt die Schuldnerberatung alljährlich. Und nicht nur für die Geldbörse ist Weihnachten eine Gefahr, sondern auch für Haustiere, wie die britischen Universität Liverpool herausgefunden hat: Hunde erleiden in dieser Zeit besonders oft Schokoladenvergiftungen. (ver)


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