Puppen im ÖKO-Test: Lose Kleinteile, Schadstoffe und Abfärben

Elf von 18 getesteten Produkten wurden als „ungenügend“ und „nicht verkehrsfähig“ eingestuft. Grund für das schlechte Abschneiden vieler Puppen war mangelhafte Verarbeitung.

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Linz, Wien — Lose Kleinteile, Schadstoffe und Abfärben - die Zeitschrift ÖKO-Test hat Puppen für Kleinkinder unter die Lupe genommen und etliche Sicherheitsmängel festgestellt, wie die Arbeiterkammer Oberösterreich am Dienstag informierte. Experten raten das Spielzeug mit allen Sinnen zu prüfen, bevor es unter den Christbaum kommt. Denn durch Riechen, Drehen und Wenden lassen sich viele Schwachpunkte erkennen.

ÖKO-Test hat 18 Puppen für Kinder unter drei Jahren getestet. Als „empfehlenswert" wurden nur fünf bewertet, elf hingegen als „ungenügend" und als „nicht verkehrsfähig" eingestuft. Dabei fielen Stoffpuppen ebenso durch wie solche aus Kunststoff, teure Modelle waren nicht zwingend besser als billige.

Mangelhafte Verarbeitung

Grund für das schlechte Abschneiden vieler Puppen war mangelhafte Verarbeitung. Da Kinder mit dem Spielzeug gerne knuddeln und es auch in den Mund nehmen, wurde diese Behandlung im Labor simuliert. Fazit: In vielen Fällen lösten sich kleine Teile wie Knöpfe, Verschlüsse oder Wimpern, Nähte gingen auf und Füllmaterial trat aus. Es bestehe die Gefahr, dass Kinder diese Materialien verschlucken und schlimmstenfalls sogar daran ersticken, warnten die Konsumentenschützer. Teils bestehe zudem Strangulationsgefahr durch zu lange Bänder oder Schlaufen.

Auch der chemische Test gab Anlass zur Sorge: An den Stoffpuppen sowie an der Kleidung von Plastikmodellen wurden typische Schadstoffe aus der Textilindustrie gefunden - etwa Antimon aus der Polyesterproduktion oder halogenorganische Verbindungen, die aus dem Färbeprozess stammen können. Kunststoffpuppen waren zudem mit chlorierten Verbindungen und Ersatzweichmachern belastet. Drei Produkte färbten ab, was laut Konsumentenschützern „zwar nicht gefährlich, jedoch auch kein Zeichen für Spitzenqualität ist".

Experten raten daher, beim Kauf das Spielzeug in die Hand zu nehmen, zu drehen, zu schütteln und daran zu kratzen, um zu sehen, ob sich Kleinteile oder Farbe lösen oder ob es scharfe Ecken und Kanten gibt. Zudem empfiehlt es sich, daran zu riechen - oft falle ein chemischer Geruch oder eine starke Parfümierung auf. Wenn die Puppe sprechen kann, sollte man sie ans Ohr halten und die Lautstärke der Geräusche überprüfen. (APA)


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