OÖ Versicherung: Ergebnis heuer auf Vorjahresniveau

Linz (APA) - Die Oberösterreichische Versicherung erwartet für heuer mit einem EGT von 24 Mio. Euro ein Ergebnis auf Vorjahresniveau (23 Mio...

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Linz (APA) - Die Oberösterreichische Versicherung erwartet für heuer mit einem EGT von 24 Mio. Euro ein Ergebnis auf Vorjahresniveau (23 Mio. Euro). Die Schadensleistungen gingen insgesamt zurück. Es gab keine Naturkatastrophen aber einige Großschäden. Diese vorläufige Bilanz zogen Generaldirektor Josef Stockinger und sein Stellvertreter Othmar Nagl in einer Pressekonferenz Dienstag in Linz.

Das gesamte Prämienvolumen stieg um 2,4 Prozent auf 441 Mio. Euro. Im Kerngeschäft, der Schaden-Unfall-Versicherung, legten die Prämien um 4,1 Prozent auf 335 Mio. Euro zu. Die Zahl der Kunden wuchs von knapp 450.000 auf 457.500 mit mehr als 1,7 Mio. Verträgen. Besonders gut entwickelten sich heuer die private Unfallversicherung mit einem Plus beim Prämienaufkommen von 5,8 Prozent und die „Keine Sorgen Schutzengel“ mit Rundum-Serviceleistungen wie Pannenhilfe, Handwerkerservice und Schlüsseldienst - Zuwachs: über 10 Prozent. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung verzeichnete die Oberösterreichische eine Zunahme um 2,2 Prozent. Wachstumstreiber in diesem Bereich war aber die Kaskoversicherung mit plus 6,6 Prozent. Der Grund: Bei einer Leasing- oder Kreditfinanzierung des Autos ist sie meist obligat.

Im Gegensatz dazu schrumpft das Prämienvolumen in der Lebensversicherung wegen der anhaltend niedrigen Zinsen weiter - um 3,7 Prozent auf rund 107 Mio. Euro. Altverträge reifen ab, dies kann nicht durch Neuverträge beziehungsweise Einmalerläge kompensiert werden. Nagl als Verantwortlicher für die Finanzen kann dem auch Positives abgewinnen: „Weil die Liquidität aus den eingesammelten Prämien zur Zahlung der Leistungen verwendet wird, muss lediglich ein geringerer Teil neuveranlagt werden, was unserem Haus in der aktuellen Zinssituation sogar entgegenkommt.“ Die Kapitalmärkte und die Veranlagungssituation bedeuten insgesamt für die Versicherung „keinen Rückenwind“.

Bei den Schadensleistungen sind Naturkatastrophen ausgeblieben. Aber es gebe eine Häufung von Großschäden durch Feuer und Kfz-Unfälle. Der für die Versicherung teuerste Fall war ein durch eine Altbatterie ausgelöster Brand in einer Recyclingfirma mit einem Schaden von 12,6 Mio. Euro. Die Leistungen nach Bränden in der Landwirtschaft nahmen um 34,8 Prozent und im Gewerbe um 11,4 Prozent zu. Auffällig ist die vergleichsweise niedrige Durchversicherungsrate von 60 bis 70 Prozent bei den Betriebsunterbrechungen. Eine länger andauernde könne mehr Verlust als der eigentliche Schaden verursachen und bis zum Bankrott führen, warnen die Versicherer. Im Kfz-Bereich gab es etliche Unfälle mit schwerem Personenschaden. Die Haftpflichtversicherer müssen nicht zuletzt durch den Regress der Sozialversicherung für alle Kosten aufkommen, rechtfertigten die beiden Chefs die hohen Versicherungssummen und damit auch -Prämien.

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Die Combined Ratio - die Summe aus Schäden und Kosten in Relation zum Prämienaufkommen - wird heuer nach Rückversicherung bei 93 Prozent liegen. Im Vorjahr betrug sie 94,1 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter ist heuer mit 700 Vollzeitäquivalenten gleich geblieben. Im kommenden Jahr sollen 20 neue Außendienstmitarbeiter aufgenommen werden, um die persönliche Betreuung der Kunden weiter zu pflegen. Ein schwieriges Unterfangen, „weil Versicherung ist nicht unbedingt sexy und es gibt noch immer das Keilerimage“, bedauert Stockinger. Für die gesuchten Neuen mit abgeschlossener Berufsausbildung, Matura oder Studium und menschlicher Kompetenz gebe es keine schnelle Lösung: „Schnellsiederkurse - sind nicht erlaubt und auch nicht der Stil unseres Hauses“. Sie erwarte vielmehr ein zweijähriges Traineeprogrammin mit dem sie an der Seite erfahrener Kollegen in das Geschäft hineinwachsen sollen.

~ WEB http://www.ooe-versicherung.at ~ APA238 2018-12-18/12:33


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