EU-Afrika-Forum - Juncker: Afrika braucht Europa

Wien (APA) - Zum offiziellen Beginn des EU-Afrika-Forums am Dienstag in Wien haben die Teilnehmer Einigkeit und Willen zur Intensivierung de...

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Wien (APA) - Zum offiziellen Beginn des EU-Afrika-Forums am Dienstag in Wien haben die Teilnehmer Einigkeit und Willen zur Intensivierung der Beziehungen demonstriert. „Europa braucht Afrika und Afrika braucht Europa“, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede.

Sowohl Juncker als auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betonten, dass sich die beiden Kontinente in einer „Schicksalsgemeinschaft“ befänden. Man müsse eine „Partnerschaft auf Augenhöhe aufbauen, auf Grundlage einer gemeinsamen Verantwortung“, so Juncker. Bisher sei die „Geber-Nehmer-Beziehung“ vorherrschend gewesen, sagte der Luxemburger in Anspielung auf Entwicklungshilfe. In den letzten Jahren sei die Beziehung „weiter reduziert“ worden „auf die Ebene der Migration“. Das Forum heute sei deshalb bewusst kein „Migrationsgipfel“, betonte Juncker. Europa müsse seinen Blick auf Afrika ändern, forderte Kurz.

„Das strategische Interesse muss uns einander näherbringen“, so EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. Europa und Afrika müssten „Hand in Hand gehen“. Ähnlich äußerte sich der Präsident Ruandas und derzeitige Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU), Paul Kagame: Es brauche Gewinne auf beiden Seiten, „Afrika gewinnt, Europa gewinnt und zusammen profitieren wir alle“.

Die EU müsse stärker auf Investitions- und Handelspolitik konzentrieren, forderte Juncker. „Wir müssen mehr dafür tun, dass der Handel in Afrika besser, fairer und nachhaltiger wird“ und europäische Firmen „ermutigen“, sich stärker in Afrika einzubringen. Dazu sei ein „“unternehmerfreundliches Klima“ notwendig. An den Privatsektor appellierte der EU-Kommissionspräsident: „Seien sie mutiger, investieren Sie mehr in Afrika!“

Tajani bekräftigte zudem seine Forderung nach einem „echten Marshallplan“ für Afrika, mit „massiven Investitionen für den Privatsektor“. Die Investitionen könnten Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. „Wir müssen der Jugend konkrete Antworten geben“, betonte er. „Wir müssen ehrgeiziger sein.“ Die Beziehungen seien zu wesentlich, um sich nur alle drei Jahre (zum EU-AU-Gipfel, Anm.) zu treffen, merkte Tajani kritisch an.


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