Stadt: „Das neue Tempolimit auf der Völser Straße wirkt“

Messungen an der Völser Straße ergaben kaum Überschreitungen, der Lärm liege damit unter dem Grenzwert. Eine Anrainerin bezweifelt die Resultate stark.

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Symbolfoto.
© TT / Thomas Boehm

Innsbruck –Auf rund 100 Metern der Völser Straße, auf denen bisher Tempo 70 galt, sind seit einem Monat nur noch 50 km/h erlaubt. In Abstimmung zwischen Stadt und Land war, wie berichtet, die Ortstafel an der westlichen Ortseinfahrt nach Innsbruck versetzt worden – dies als Reaktion auf heftige Anrainerbeschwerden über die Lärmbelastung.

Städtische Experten hatten berechnet, dass man mit Temp­o 50 unter den Lärmgrenzwert kommen könne. Nach Messungen der Polizei und Berechnungen der Stadt ist das jetzt der Fall: Die mobilen Einheiten der Verkehrspolizei hätten bei drei repräsentativen Messeinsätzen an zwei verschiedenen Stellen – mit teils sichtbaren, teils verdeckten Messungen – ein­e Überschreitungshäufigkeit des 50ers von 1,9 bis 2,3 Prozent gemessen, vermeldete die Stadt gestern: „98 von 100 Auto­fahrern halten sich also an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.“ Die Lärmbelastung liegt damit laut Stadt unter dem Grenzwert.

Mit den persönlichen Einschätzungen von Anrainerin Ulrike Winder deckt sich das „hinten und vorne nicht“, sie hält die Messergebnisse für „höchst fragwürdig“. Diese seien von den Verkehrsteilnehmern nämlich wahrgenommen worden. „Während der Messungen war das deutlich am Abbremslicht zu sehen und am Herunterschalten zu hören.“ Kaum sei das Radarauto weg, „zischen sie wieder durch wie vorher“, meint Winder. Vor allem in der Nacht seien ihrer Beobachtung nach die Tempoüberschreitungen sehr häufig und gravierend. Die Stadt habe „verabsäumt, konkret zu messen, wie sich der Lärmpegel, aber auch die Luftbelastung nach der Ortsschildversetzung tatsächlich verändert haben“, kritisiert Winder. Ihre Forderungen sind klar: „Es braucht ein fixes Radargerät wie etwa im Westen von Völs oder an der Kranebitter Allee und unbedingt auch eine Tonnagebeschränkung für Lkw, wie sie auf der restlichen L11 besteht.“ Auch Lärm- und Sichtschutz seien nötig, so Winder, die zudem für eine Straßenverschmälerung eintritt, „verbunden mit einem Radweg“. All das sei schon deshalb nötig, weil das Verkehrsaufkommen weiterhin deutlich steige.

Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) kündigte in der Aussendung an, sich weiter „mit allen verfügbaren und legalen Mitteln“ gegen den Straßenverkehrslärm in Innsbruck einzusetzen. Sie hab­e auch Verständnis für den subjektiven Charakter des Lärmempfindens: Wenn es zu „groben Unterschieden zwischen gefühlter Belastung und Gesetzeslage“ komme, werde die Stadt „gemeinsam mit Innsbruckerinnen und Inns­bruckern um ein neues Regelwerk kämpfen“. (md)


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