EU-Afrika-Forum - Coca-Cola setzt ganz auf Frauen: Aus Eigennutz

Wien/Atlanta (APA) - Der Konsum von Markenlimonaden zählt nicht gerade zu menschlichen Grundbedürfnissen, zumal in bitterarmen Ländern. Dahe...

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Wien/Atlanta (APA) - Der Konsum von Markenlimonaden zählt nicht gerade zu menschlichen Grundbedürfnissen, zumal in bitterarmen Ländern. Daher setzt der Getränkekonzern Coca-Cola in Afrika auf soziale Förderprogramme, um den Kreis derjenigen zu vergrößern, die sich die Brause leisten können und wollen. Im Fokus stehen dabei Frauen, wie Coca-Cola-Vertreter der APA am Rande des EU-Afrika-Forums erläuterten.

„Wir ermächtigen die Frauen, denn sie investieren 90 Prozent ihres Einkommens wieder in ihre Gemeinschaft“, erläuterte Dorcas Onyango, die Direktorin der Coca Cola Foundation in Afrika. „Sie sind still, aber ganz wichtig“, sagte sie. So würden auch in den Coca-Cola-Betrieben in großem Maße Frauen beschäftigt.

Coca-Cola beteiligt sich neben mehreren österreichischen Unternehmen an einem Ausbildungsprojekt in Nigeria, mit dem Jugendliche zu Handwerkern geschult und bei der Gründung von Unternehmen unterstützt werden sollen. Auf Betreiben des Getränkemultis wurde festgelegt, dass 300 der 1.000 Teilnehmer des Projekts junge Frauen sind.

Wie der nigerianische Coca-Cola-Manager Clement Ugorji berichtete, seien Frauen auch in traditionell patriarchal dominierten Regionen des Landes auf dem Vormarsch. Auch dort erkenne man, welche Vorteile die „Ermächtigung“ von Frauen habe. Ein Mann mit vielen Kindern könne mit seinem Einkommen nämlich nicht alle versorgen. „Daher ist es sinnvoll für Familien, mehrere Einkommensquellen zu haben. Das ermöglicht man, indem man Frauen ermächtigt“, erläuterte Ugorji.

Mit der finanziellen Selbstständigkeit von Frauen verbessere sich auch das Wohlergehen der Familien. „Die Mütter geben dann mehr aus, um ihre Kinder besser zu ernähren. Wenn die Kinder besser ernährt sind, sind sie seltener krank. Wenn man weniger für Gesundheit ausgehen muss, können die Kinder in bessere Schulen geschickt werden. Die Verringerung der Armut wird so zu einem leichter erreichbaren Ziel“, sagte Ugorji.

Der Manager räumte ein, dass Coca-Cola dabei auch seine Umsätze im Blick habe. In Afrika, wo es eine „scharfe Konkurrenz“ mit lokalen Getränkeherstellern gebe, sei sich Coca-Cola bewusst, „dass unsere Geschäfte nicht wachsen können, wenn nicht auch die Gesellschaft Fortschritte macht. Für uns ist es von strategischer Bedeutung, Menschen zu ermächtigen und ihr Einkommen zu erhöhen. Wenn sie dann zusätzliches Einkommen haben, können sie sich unsere Produkte leisten“, so Ugorji.

Der Softdrink-Gigant setzt angesichts seiner gesättigten Traditionsmärkte auf Entwicklungs- und Schwellenländer mit ihrer rasant wachsenden Bevölkerung, wobei Afrika ganz besonders im Fokus ist. Dabei passe man sich auch an regionale Gegebenheiten an, erläuterten die Coca-Cola-Vertreter. So wurde kürzlich in Südafrika ein Frühstücksgetränk gestartet, während man in Nigeria auch auf Milchprodukte setzen will.

Zuckerfreie Limonaden sind in Afrika noch nicht so hoch im Kurs wie in den Industrieländern, doch gehe der Trend auch in Afrika in Richtung „funktionelle“ Produkte, die einen spezifischen Mehrwert für die Konsumenten bieten, sagte die Coca-Cola-Managerin Melina Androutsopoulou.

~ ISIN US1912161007 WEB http://www.coke.at/ ~ APA453 2018-12-18/19:03


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