Auftragsbestand der deutschen Industrie legt zu - Reichweite sinkt

Berlin (APA/Reuters) - Der Auftragsbestand der deutschen Industrie hat sich im Oktober ungeachtet der schwächeren Weltkonjunktur erhöht. Ber...

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Berlin (APA/Reuters) - Der Auftragsbestand der deutschen Industrie hat sich im Oktober ungeachtet der schwächeren Weltkonjunktur erhöht. Bereinigt um Kalender- und Saisoneffekte legte er um 0,6 Prozent zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Dabei erhöhten sich die nicht erledigten Aufträge aus dem Inland um 0,3 Prozent, die aus dem Ausland um 1,0 Prozent.

Besonders bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen stapelten sich die Bestellungen. Als Bestand wird die Summe aller Aufträge bezeichnet, die noch nicht zu Umsätzen geführt haben und nicht storniert wurden.

Die Reichweite des Auftragsbestandes sank zu Beginn des vierten Quartals um 0,1 Punkte auf 5,5 Monate. Diese Zahl „gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren können oder müssen, um die vorhandene Nachfrage abzuarbeiten“, erklärten die Statistiker. Besonders hoch ist die Reichweite aktuell bei den Herstellern von Investitionsgütern mit 7,7 Monaten.

Die hohe Reichweite gilt als Puffer in unruhigeren Zeiten, da Handelshürden wie höhere Zölle, der Brexit und die Krise großer Schwellenländer wie der Türkei auf die Weltkonjunktur drücken. Darunter leidet die exportabhängige deutsche Wirtschaft. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet deshalb damit, dass die Ausfuhren in diesem Jahr mit 2,8 Prozent nur noch halb so kräftig wachsen wie im langjährigen Schnitt. Für 2019 wird nur ein Plus von 2,5 Prozent erwartet.


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