Siebenjährige getötet: Großaufgebot an Sicherheitskräften bei Prozess

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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA101 vom 19.12.2018 muss es im ersten Satz des ersten Absatzes richtig heißen: „...in Wien-Döbling..“ (nicht: Währing) --------------------------------------------------------------------- ~ Wien (APA) - Vor dem Beginn des Mordprozesses gegen einen 16 Jahre alten Burschen, der im vergangenen Mai in einer Gemeindebau-Anlage in Wien-Döbling ein siebenjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft getötet haben soll, hat ein Großaufgebot von Polizei und Justizwache Stellung bezogen. Die Verhandlung wurde kurzfristig in den Saal 303 im dritten Stock verlegt, der Trakt wurde komplett gesperrt.

Es herrschten strengste Sicherheitsvorkehrungen in und um das Gebäude. Vor dem Eingang hatte sich gegen 8.00 Uhr eine meterlange Warteschlange gebildet - ebenso wie vor einer technisch hochmodernen mobilen Schleuse, über die man Zutritt zur Verhandlung erhielt. Im Saal, wo ebenfalls zahlreiche bewaffnete Sicherheitskräfte postiert waren, gab es keinen Internetempfang, sodass eine Live-Berichterstattung via WLAN nicht möglich ist. Für das gesamte Landesgericht gilt ein absolutes Fotografier- und Filmverbot.

Der Vater der getöteten Siebenjährigen saß zuletzt in Südtirol wegen Schlepperei im Gefängnis. Im Juni kehrte er von einem genehmigten Freigang nicht in die Justizanstalt zurück. Seither ist er von der Bildfläche verschwunden. Es wurde befürchtet, der Mann könne versuchen, zur Verhandlung gegen den 16-Jährigen zu erscheinen. Deshalb wurden die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Zuletzt hatte der Angeklagte behauptet, Stimmen hätten ihm die Bluttat befohlen. Da der 16-Jährige die inkriminierten Tathandlungen nach seiner Festnahme grundsätzlich nicht bestritten hat, dürften zwei einander widersprechende psychiatrische Gutachten im Mittelpunkt der Verhandlung stehen. Während der eine Sachverständige dem Burschen Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt bescheinigt, geht der andere davon aus, dass eine seit längerem unbehandelte Schizophrenie des Musterschülers handlungsbestimmend war. In diesem Fall wäre der Angeklagte nicht schuldfähig, könnte somit nicht bestraft werden, sondern wäre allenfalls - dies zeitlich unbegrenzt - in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einzuweisen.


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