Schwieriges, aber gutes“ Jahr für TVB Alpbachtal Seenland

Mit mehr als einer Million Nächtigungen, dem Groß-Event Rad-WM und zahlreichen infrastrukturellen Maßnahmen waren die Touristiker der Region Alpbachtal Seenland in den Saisonen 17/18 gefordert.

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Die stv. Obmänner Reinhard Hacker und Hans Rieser, Obmann Johannes Duftner und GF Markus Kofler zeigten sich mit der Bilanz zufrieden.
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Von Jasmine Hrdina

Reith i. A. – Das vergangene Jahr hatte es für die Mitglieder des Tourismusverbands Alpbachtal Seenland in sich. Als hätte das Groß-Event Rad-Weltmeisterschaft nicht schon genügend Arbeit mit sich gebracht, galt es noch Filmdrehs, zahlreiche infrastrukturelle Maßnahmen und die Umstellung auf eine neue Website zu meistern. „Ich hoffe, dass 2019 leichter und entspannter wird“, meinte Obmann Johannes Duftner am Dienstagabend zu den 100 Mitgliedern, die zur Vollversammlung nach Reith i. A. gekommen waren.

Die Zahlen sprechen für sich: 2017/18 konnte die Nächtigungsmillion geknackt werden. Auf einen durchwachsenen Winter folgte ein guter Sommer. „Es ist tirolweit eher untypisch, dass der Sommer so stark ist. Wir können froh sein, dass wir zwei Saisonen haben“, meinte dazu TVB-Geschäftsführer Markus Kofler.

Um die Gäste bei Laune zu halten und weiterhin in die Region zu locken, nahm man knapp fünf Millionen Euro in die Hand. „Das klingt verhältnismäßig nicht viel, entspricht aber quasi dem Budget eines mittleren Unternehmens“, merkte Martin Kofler von der Abteilung Tourismus des Landes Tirol an.

Zu den guten Zahlen dürfte auch die Rad-WM das ihrige beigetragen haben. Mit den infrastrukturellen Maßnahmen – etwa dem Ausbau der Radwege – sei man jedenfalls auch für das nächste Rad-Event gerüstet: Am 23. April startet eine Etappe der Tour of the Alps in Reith i. A. Die genaue Abrechnung für die Rad-WM liege noch nicht vor, finanziell werde man aber „eine Punktlandung“ hinlegen, prophezeite Duftner. Man könnte sogar unter dem kolportierten Budget von 350.000 Euro liegen.

Investiert wurde heuer auch in ein neues Buchungsportal inklusive App für das Smartphone, die dem Gast individuelle Infos, Tipps und Angebote vorschlägt. Auch die Gästekarte soll integriert und damit digital werden. Man hätte schon „früher auf dieses Pferd setzen“ sollen, kommentiert Duftner, „aber unser Nachbartal hat da gebremst“, schiebt er dem Hochtal Wildschönau den schwarzen Peter zu. Um Vermieter zu motivieren, sich auf der Website als Anbieter registrieren zu lassen, senkt der TVB nun die Buchungsprovision von zehn auf fünf Prozent. Der Applaus der Mitglieder hielt sich bei der Vollversammlung in Grenzen. „In anderen Gemeinden zahlt man zwei Prozent oder gar nichts“, war ein Zwischenruf zu vernehmen.

Kritik aus den Reihen der Mitglieder gab es auch beim Ausbau des „Hildegard von Bingen“-Rundwanderwegs. Größtmögliche Barrierefreiheit war das Ziel, dabei hat sich der TVB nun vielleicht selbst einen Stein in den Weg gelegt. So sei einer der Grundstückseigentümer bisher nicht über die Pläne des Wegausbaus auf seiner Parzelle informiert worden. Dies wolle der TVB nun nachholen. Duftner: „Wenn wir keine Zustimmung bekommen, muss der Weg eben schmäler werden, soweit es am Gemeindegrund eben möglich ist.“

Gelernt habe man auch aus dem Familien-Ski-Opening, das bei den Besuchern heuer nicht den gewünschten Anklang fand. Man werde sich etwas anderes einfallen lassen müssen. „Halligalli oder ein Megastar – alles andere funktioniert einfach nicht“, brachte es Obmann Duftner auf den Punkt. Warum man das neue Kinderland „Juppi Do“ der Rei­therkogelbahn noch nicht beworben habe, wollte ein Mitglied wissen. Immerhin nahmen die Bergbahnen dafür 300.000 Euro in die Hand – morgen Freitag starten die Betreiber in die Saison. Man habe auf Genehmigungen warten müssen, hieß es dazu.

Künftig sollen Kinder von vier bis zehn Jahren hier spielerisch ihre ersten Schwünge in den Schnee setzen können. Ein Zauberteppich führt sie auf die Hügel, Animateure sorgen für Spaß und es gibt eine eigene Kinderbetreuung.


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