Börse Frankfurt im Frühhandel leicht im Plus

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt wagen sich am Mittwoch vor dem Zinsentscheid in den USA nur vorsichti...

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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt wagen sich am Mittwoch vor dem Zinsentscheid in den USA nur vorsichtig aus der Deckung. Dem DAX gelang ein moderat positiver Start: Gegen Ende der ersten Handelsstunde kletterte das deutsche Kursbarometer um 0,19 Prozent auf 10.761,03 Punkte. Der MDAX lag zeitgleich nur denkbar knapp mit 0,18 Prozent im Plus bei 21.967,69 Punkten.

Im Fokus steht am Abend mitteleuropäischer Zeit die Sitzung der US-Notenbank Fed, vor der sich Anleger nicht weit aus dem Fenster lehnen wollten. Am Markt wird überwiegend mit einer weiteren Zinsanhebung durch die Währungshüter gerechnet. Als spannender gilt daher die Frage, welche Signale die Währungshüter für das kommende Jahr aussenden, also ob das Zinsstraffungstempo beibehalten oder die Fed behutsamer vorgehen wird. Letzteres könnte als Hinweis einer Konjunkturabschwächung gedeutet werden.

Bei der Frage, ob eine Jahresendrally noch zu erwarten ist, geben sich Experten weiter skeptisch. Am Vortag schon war der DAX über weite Strecken gestiegen, bevor ihm letztlich wieder die Luft ausging. Laut dem Anlagestrategen Christoph Geyer von der Commerzbank hat der Leitindex damit eine weitere Chance vertan, eine ordentliche Gegenbewegung im jüngsten Abwärtstrend zu starten. „Von einer Jahresendrallye oder wenigstens einer Weihnachtsrallye kann offenbar nicht mehr ausgegangen werden“, so der Experte.

Auf Unternehmensseite dominierten eher die schlechten Nachrichten. Allen voran geht die Talfahrt bei den bereits rekordtiefen Aktien von Ceconomy wegen enttäuschender Zahlen mit rasantem Tempo weiter, zumal die Investoren nun auch auf die Dividende verzichten sollen. Die Aktie des Mutterkonzerns der Media-Markt- und Saturn-Märkte brach nochmals um 15 Prozent ein.

Aktien der Deutschen Post fielen um 4,5 Prozent wegen negativer Vorgaben aus den USA. Der Widersacher Fedex hatte wegen des Gegenwinds durch den schwächeren Welthandel seine Jahresprognose gesenkt, was Anleger auch bei dem deutschen Logistiker als schlechtes Zeichen für die Geschäfte ansehen.

Bergab ging es außerdem für Halbleiterwerte nach schlechten Branchennachrichten aus Übersee, darunter das DAX-Mitglied Infineon mit einem Abschlag von fast 2 Prozent. Der US-Wettbewerber Micron hatte am Vorabend den Markt mit seinem Umsatzausblick enttäuscht. Auch andere mit der Branche verbundene Werte gaben nach: Allen voran der Waferhersteller Siltronic mit einem Kursrutsch um 6 Prozent.

Aktien von Fresenius waren im DAX mit einem Anstieg um gut 2 Prozent ein positiver Lichtblick. Hier half ein optimistischer Kommentar von Goldman Sachs: Nach dem jüngsten Ausverkauf sehe sie nun wieder eine überzeugende Einstiegsgelegenheit in die Aktie des Medizinkonzerns, schrieb Analystin Veronika Dubajova in ihrer Studie.

Im MDAX dominierten Scout24 mit einem 3,5-prozentigen Lauf die Gewinnerliste. Auftrieb gab den Aktien des Online-Portalbetreibers zur Wochenmitte anhaltende Übernahmefantasie: Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg in Berufung auf Kreise berichtete, sollen weitere Finanzinvestoren ein Auge auf das Unternehmen geworfen haben.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA134 2018-12-19/09:53


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