Leinenpflicht in Reutte wird ab Neujahr von Bergwacht kontrolliert

Die Gemeinde Reutte zieht den Hundehaltern die Daumenschrauben an. Ein Freilauf der Vierbeiner ist ab 2. Jänner im Ortsgebiet untersagt.

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Reuttes Gemeinderat auf Wanderschaft. Neben dem oft genutzten Saal Gehrenspitze in der Bezirkshauptmannschaft Reutte werden auch immer wieder dislozierte Räumlichkeiten im Ortsgebiet gesucht. Im Bild der Saal Hüttenmühle im EWR-Betriebsgebäude.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Eine Visualisierung, die mit einem Beamer an die Leinwand geworfen wurde, zeigte augenfällig in roter Farbe, wo in Reutte künftig Hunde nicht mehr frei laufen dürfen – nämlich im gesamten Siedlungsgebiet. Der Gemeinderat verhängte diese nun erweiterte Restriktion in der vergangenen Sitzung mit 18:1 Stimmen. Für die Überwachung der Verordnung, die mit 2. Jänner in Kraft tritt, wird die Bergwacht mit einem Mandat ausgestattet.

Die Überprüfung der Hundehalter ist sogar ausdrücklich erwünscht. Der Strafenkanon kann von 360 Euro beim Leinenzwang bis zu 2000 Euro bei Nichtentfernung und nicht ordnungsgemäßer Entsorgung von Hundekot hinaufdekliniert werden. Zusätzlich wurde ein Hundebetretungsverbot neben Schulen nun auch für alle Spielplätze Reuttes erlassen. Hinzu kommt die Überwachung der Pflicht der Hundebesitzer im gesamten 101 km² großen Reuttener Gemeindegebiet, Hundekot fachgerecht zu entsorgen.

„Die Missstände in Reutte sind frappant“, verwies Vizebürgermeister Michael Steskal auf Informationen durch Bürgermeister Alois Oberer, der der Gemeinderatssitzung kurzfristig fernbleiben musste. Steskal wusste etwa von Hundebesitzern, die den Kot ihres Vierbeiners vermeintlich ordnungsgemäß einsammeln, das Sackerl aber in einem unbeobachteten Moment dann doch ins Gelände schleudern. Steskal, im Brotberuf Rechtsanwalt, ließ die Hundehalter auch wissen, dass die kontrollierenden Bergwachtler berechtigt sind, die Personalien zu verlangen.

Michael Steskal zeigte auch eine Dunkelziffer auf, über die in Reutte zu reden sei. „In der Marktgemeinde sind offiziell 220 Hunde gemeldet, gleich viele wie in Pflach.“ Da sei ausrechenbar, wie viele Reuttener und Reuttenerinnen ihren Vierbeiner nicht bei der Gemeinde (kostenpflichtig) gemeldet hätten. Auch hier erhofft sich die Kommune durch die Kontrollen „des guten Partners Bergwacht“ eine Anhebung der Meldemoral.

Das Marktparlament zeigte zur vorgeschlagenen Verordnung große Einigkeit. Einzig Gemeinderat Ernst Hornstein schlug vor, zusätzlich zum Ortsgebiet auch gleich noch die Ehrenberger Klause unter die Leinenpflicht zu stellen, „wo sich Menschenmassen bewegen“. Über den zusätzlichen Antrag Hornsteins ließ VBM Steskal aber gleich gar nicht abstimmen: „Es ist schwierig, hier weitere Hotspots herauszupicken. Die Begrenzung auf besiedeltes Gebiet ist für die Bevölkerung hingegen klar. Ich werde den vorbereiteten Antrag jetzt nicht mehr aufschnüren.“ Bei der Abstimmung stimmte dann Hornstein auch zu. Einzig Gemeinderat und Hundebesitzer Roland Beirer hielt dagegen, ohne aber eine Erklärung abzugeben.


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