Teestube in Schwaz: Wohnungslage ist prekär

Die Schwazer Bürger zeigen ein sehr warmes Herz in diesen kalten Tagen. Die Anrufe in der Teestube wegen eines obdachlosen Mannes haben sich...

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Teestube Schwaz.
© Fankhauser Eva-Maria

Die Schwazer Bürger zeigen ein sehr warmes Herz in diesen kalten Tagen. Die Anrufe in der Teestube wegen eines obdachlosen Mannes haben sich in den letzten Tagen gehäuft. „Wir kennen ihn und helfen, so gut es geht, aber es braucht auch immer den eigenen Willen dazu. Es ist schön zu sehen, dass sich die Schwazer kümmern", sagt Renate Plattner von der Teestube. Besonders in der kalten Jahreszeit und um Weihnachten klopfen vermehrt Menschen an die Tür der sozialen Einrichtung in Schwaz.

Eines habe sich aber deutlich verändert in den letzten Jahren. „Die Suche nach Wohnungen für die Obdachlosen wird immer schwieriger", so Plattner. Die Schwazer Teestube hat elf Kleinwohnungen angemietet, wo Obdachlose für eine bestimmte Zeit untergebracht und betreut werden können — so lange, bis sie eine eigene Wohnung finden. „Früher war die Verweildauer in unseren Übergangswohnungen deutlich kürzer — meist nicht länger als ein Jahr. Jetzt sind es selten unter drei Jahre", erklärt Plattner. Es sei schwierig, am Wohnungsmarkt eine passende, nicht zu teure Immobilie zu finden. „Das Angebot an verfügbarem und leistbarem Wohnraum ist in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft", stellt sie fest. Und eine Wohnung sei einfach das Um und Auf. „Zudem ist es für viele zusätzlich schwierig, wenn die Mietdauer nur auf drei Jahre befristet ist. Das ist für ältere Menschen oder eine junge Mutter oft prekär. Dann haben sie wieder nur eine Wohnung auf Zeit", weiß Barbara Lintner von der Teestube.

Im Februar läuft ein Mietvertrag der Teestube aus. „Dann haben wir nur noch zehn Wohnungen, die wir Obdachlosen anbieten können", sagt Plattner. Die Zeit drängt, um für den Betroffenen was Neues zu finden. Die Wohnungen sind laut Plattner stets voll. Immer wieder stünden Leute plötzlich auf der Straße. „Die Gründe dafür sind vielfältig. Das reicht vom abgelaufenen Mietvertrag und man findet nichts Neues, einer Trennung, Scheidung oder Jobverlust bis hin zu Sucht oder schweren psychischen Erkrankungen", weiß Plattner. Zudem reiche die Armut mittlerweile viel weiter in den Mittelstand hi­nein als früher.

Allein sein muss am 24. Dezember übrigens niemand. Denn die Teestube hat von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Von 17 bis 22 Uhr wird zudem von der Studentenverbindung Frundsberg in der Teestube zur Weihnachtsfeier geladen — für all jene, die nicht im Kreise ihrer Familie feiern können. (emf)


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