Zähes Ringen um Baufortschritte in Sölden

Die Gemeindeparlamentarier in Sölden müssen sich Anfang Jänner endlich zusammenraufen.

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Symbolfoto.
© Julia Hammerle

Von Thomas Parth

Sölden –Ein Schwarzbau erregte vorgestern die Gemüter der Gemeinderäte in Sölden. Wie der Obmann des Bauausschusses, GR Walter Kuprian, vortrug, habe der betreffende Hausbesitzer eine Terrass­e errichtet. Ein Schreibe­n sei in Sölden in Umlauf gebracht worden, dass es sich bei dieser Terrasse um einen Schwarzbau handle. Die Causa sei dadurch erst in den Bauausschuss gelangt und zwar mit dem Ansuchen, den Bau rechtlich zu sanieren. „Wir im Ausschuss haben die Empfehlung abgegeben, dem Ansuchen nicht zu entsprechen“, so GR Kuprian kategorisch. BM Ernst Schöpf ruft die Konsequenz, nämlich einen Abbruchbescheid, in Erinnerung. Prinzipiell sei ein­e Sanierung mittels Bebauungsplan zu hinterfragen, so Schöpf. „Aber was mich an dem Ding erstaunt, ist die anonyme Anzeige, die einen unheimlichen Verteilerkreis, bis zum Heiligen Stuhl, aufweist. Mir scheint das schon sehr inszeniert zu sein“, gibt sich Schöpf betont vorsichtig. Er vermutet hinter alldem politische Fallstricke: „Es gibt immer wieder Leute, die gern­e die Aufsichtsbehörden beschäftigen. Ich werde einen Abbruchbescheid erlassen und nicht in diese Falle tappen.“ Ihm sei völlig klar, dass dadurch ein Wirbel entstehen und dass ein Abriss nicht leicht zu exekutieren sein wird, schließlich stünden dem Betroffenen weitere Rechtsmittel zu.

FP-Ersatzmandatar Pirmin Gstrein sieht durchaus Fallbeispiele in Sölden gegeben, wo man „Sanierungen“ vorgenommen habe. Dass die Vorgangsweise nicht korrekt gewesen sei, ist allen klar, so Gstrein: „Ich bin aber der Meinung, wo die Gemeinde durch eine Änderung des Bebauungsplans helfen kann, soll sie es tun.“ So ein Ablauf solle nicht salonfähig werden, aber ein Abbruchbescheid erzeuge massive Probleme. Die weiteren Wortmeldungen ließen am Ende eine weitere Option offen, nämlich „dass wir noch einmal drüber reden“, verschiebt BM Ernst Schöpf diese in der Tagesordnung als „Grundsatzentscheidung“ angekündigte Bebauungsplanänderung.

Eine weitere Grundsatzentscheidung zur Höhenentwicklung im Talboden wurde zwar diskutiert, doch letztendlich ebenfalls verschoben.

Bauausschussobmann GR Walter Kuprian bat, quas­i in eigener Angelegenheit, um Aufklärung. Ihm würden mehrere Fälle vorliegen, wo sich die Gemeinde mehrere Monate damit Zeit gelassen habe, ausständige Gutachten bei Behörden einzufordern. Dadurch entstehe der falsche Eindruck, dass der Bauausschuss nur schleppend arbeit­e. Dies könne er so nicht im Raum stehen lassen, so Kuprian. BM Schöpf werde die Vorgangsweise „haus­intern“ ermitteln und darübe­r in der nächsten Sitzung Auskunft geben.

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Die seit Längerem vorherrschenden Fragezeichen, in welche Richtung man in Sölden künftige Bauansuchen lenken soll, machten eine informelle Bauausschusssitzung unumgänglich. Diese wurde von den Mandataren auf Anfang Jänner angesetzt.


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