Leichtathletik: Österreichs Marathon-Elite 2019 mit hohen Zielen

Wien (APA) - Österreichs Marathon-Asse starten mit hohen Zielen ins neue Jahr. Helfen soll ihnen dabei das von den Veranstaltern des Wien-Ma...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Österreichs Marathon-Asse starten mit hohen Zielen ins neue Jahr. Helfen soll ihnen dabei das von den Veranstaltern des Wien-Marathons ins Leben gerufene „VCM Team Austria“, das die besten heimischen Langstreckenläufer vereint. Die Erwartungen sind hoch - allen voran bei Lemawork Ketema, der sich nicht nur für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren will.

Der gebürtige Äthiopier hatte Österreich im August zu EM-Bronze in der Marathon-Teamwertung geführt. Beim Wien-Marathon am 7. April will der EM-Achte seine 2:13:22 Stunden von Berlin verbessern. „Ich möchte Bestzeit versuchen und wenn möglich 2:12 laufen“, erklärte Ketema am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Danach hat er die WM in Doha im Visier, für die auch der Salzburger Peter Herzog (Bestzeit 2:15:29) einen Startplatz hätte.

Der bisher nie da gewesenen Dichte wird mit dem neuen „VCM Team Austria“ Rechnung getragen, dem mit Ketema, Herzog, Christian Steinhammer, Valentin Pfeil, Stephan Listabarth und Christian Robin sowie Eva Wutti und Katharina Zipser vorerst acht Aktive angehören. „Die öffentliche Wahrnehmung ist im Kollektiv viel stärker“, erklärte VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad, für den die heimische Elite auch bei seinem Rennen große Bedeutung hat. „Man braucht die Spitze, damit man auch die Breite bekommt.“

Die Spitze waren 2018 Ketema, Herzog und Steinhammer, die in Berlin EM-Bronze bejubelten. Im kommenden Jahr will auch Pfeil wieder aufschließen. „Es ist ein schöner Ausdruck für ein Land in der Größe von Österreich, dass wir so eine Dichte haben an Läufern, die unter 2:20 laufen können“, sagte der Oberösterreicher, der 2017 als 23. für die bisher beste ÖLV-WM-Platzierung im Marathon gesorgt hatte.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

„Das ist ein sehr starkes Team“, meinte auch Herzog. Vereint wird es vom großen Ziel, bei Olympia in Tokio am Start zu stehen. „Ich denke schon, dass ich noch Potenzial habe“, sagte Herzog. Ketema will dieses bei der WM Ende September in Katar erneut zeigen - und dann auch in einem möglichen Olympia-Rennen „so lange wie möglich bei der Spitzengruppe dabei sein“. Bei den Frauen darf sich Triathletin Wutti, die mit einem neuen Trainerteam in Graz an ihrer Lauftechnik feilt, die größten Hoffnungen auf Tokio machen.

Die Marathon-Starterfelder für 2020 werden gegenüber Rio 2016 auf je 80 Männer und Frauen halbiert. Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) glaubt dennoch daran, erstmals seit 1936 mehr als zwei Aktive an den Start bringen zu können. Sportdirektor Gregor Högler will mit dem Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) über die Nominierungskriterien sprechen, um in der Vergangenheit übliche weitere Verschärfungen über die internationalen Kriterien hinaus zu verhindern. „Wir werden es ihnen nicht schwerer als nötig machen“, versprach Högler.

Drei Männer im Olympia-Rennen wären das Maximum. Über ein starkes Langstrecken-Trio hatte Österreich bereits Ende der 1970er Jahre verfügt - mit Dietmar Millonig, Robert Nemeth und Marathon-Veranstalter Konrad selbst. Ihr Trainer Hubert Millonig erhielt von Konrad am Mittwoch als noch immer prägende Figur des heimischen Laufsports eine symbolische VCM-Goldmedaille überreicht. Sein Fazit zur aktuellen Situation der österreichischen Elite: „Ich bin überzeugt, dass wir noch lange nicht alles erreicht haben.“


Kommentieren