Bystron muss AfD-Fraktionsvorstand Training in Südafrika erklären

Berlin (APA/AFP) - Wegen seiner Teilnahme am Schießtraining einer rechtsextremen Organisation in Südafrika steht der AfD-Bundestagsabgeordne...

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Berlin (APA/AFP) - Wegen seiner Teilnahme am Schießtraining einer rechtsextremen Organisation in Südafrika steht der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron in der Kritik. Bystron soll in der nächsten Sitzung des AfD-Fraktionsvorstands Mitte Jänner zu der Reise Auskunft geben, wie Fraktionssprecher Christian Lüth am Mittwoch auf AFP-Anfrage bestätigte.

Bystron hatte sich auf einer vom Bundestag bezahlten Dienstreise in Südafrika mit der rassistischen Gruppe „Suidlanders“ getroffen. Ein Sprecher des Bundestags teilte mit, Bystron habe einen Antrag auf eine Einzeldienstreise gestellt, der Auswärtige Ausschuss des Bundestags habe dazu ein positives Votum abgegeben. Der Bundestagspräsident habe die Dienstreise auf der Grundlage des Antrags genehmigt.

Eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, von dem Termin mit der betreffenden Gruppe „wusste das Auswärtige Amt nichts“. Dies sei „privater Teil der Reise“ gewesen. Bystron sei auf seinen offiziellen Terminen von der deutschen Auslandsvertretung in Südafrika betreut worden, wie dies bei allen vom Bundestag genehmigten Reisen der Fall sei.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sagte dem „Spiegel“, das Treffen Bystrons „verdeutlicht, dass die Hemmschwelle der AfD zu einer unverhohlenen Nähe und internationalen Kooperation mit offen rassistischen und gewaltbereiten Gruppierungen nicht etwa sinkt, sondern endgültig aufgehoben ist“. Der AfD-Abgeordnete habe mit seinem Verhalten den Wirkungsraum des Grundgesetzes verlassen.

Bystron ist AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Dem ARD-Magazin „Report Mainz“ hatte er zu seinem Treffen mit den rechtsextremen „Suidlanders“ gesagt: „Ich habe das so empfunden, dass das eine Organisation ist von überwiegend weißen Farmern, die Angst haben um ihr Leben und die sich organisieren, um zu überleben, sollte es zum schlimmsten Fall kommen“. Nach eigener Darstellung traf Bystron auch Vertreter der Regierungspartei ANC sowie von Nichtregierungsorganisationen.


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