Angeblicher Ausfall gegen May bringt Corbyn in Verlegenheit

London (APA/AFP/dpa) - Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn hat sich mit einer vor sich hin gemurmelten Beschimpfung von Premierminis...

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London (APA/AFP/dpa) - Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn hat sich mit einer vor sich hin gemurmelten Beschimpfung von Premierministerin Theresa May den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit eingehandelt. Während einer hitzigen Brexit-Debatte am Mittwoch im Unterhaus, bei dem sich May über Corbyn mokierte, wurde der Labour-Chef dabei ertappt, wie er angeblich „dumme Frau“ („stupid woman“) in seinen Bart brummte.

Ein Video seines stillen Ausbruchs sorgte schon kurz darauf im Internet - und anschließend auch im Parlament - für Furore. Mehrere Tory-Abgeordnete warfen Corbyn vor, genau die Kultur des Mobbing gegen Frauen zu repräsentieren, für die das Parlament erst vor kurzem in einem Bericht gerügt worden war. Auch einige weibliche Labour-Abgeordnete kritisierten den Ausspruch.

Zu ihrer Meinung befragt, sagte die Premierministerin, jeder im Parlament sollte Frauen ermutigen, sich an der Politik zu beteiligen und das auch eine durch korrekte Sprache reflektieren - insbesondere im „hundertsten Jahr des Frauenwahlrechts“.

Corbyns Sprecher wies den Vorwurf zurück. Der Labour-Chef habe aus Ärger über die unsachliche Debatte über die „nationale Krise“ „stupid people“ (dumme Leute) gemurmelt, sagte der Sprecher. Er fügte hinzu, Corbyn selbst habe unmissverständlich erklärt, dass er keineswegs „dumme Frau“ gesagt und auch keine Zeit für „irgendwelche frauenfeindliche Beschimpfungen“ habe.

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Parlamentssprecher John Bercow sagte, er habe den Vorfall nicht gesehen, doch sollten die Vorwürfe zutreffen, müssen sich Corbyn vor dem Unterhaus in aller Form entschuldigen. Bercow, dem selbst Mobbing und frauenfeindliche Aussprüche vorgeworfen werden, wurde daraufhin ebenfalls zur Zielscheibe von Angriffen.

Parlamentspräsidentin Andrea Leadsom fragte den Speaker, warum er sich denn seinerseits nie dafür entschuldigt habe, dass er sie vor einiger Zeit als „stupid woman“ beschimpft habe. Bercow antwortete, das Problem sei bereits bereinigt - er hatte damals zugegeben, „stupid“ gemurmelt zu haben.


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