Siebenjährige getötet - Angeklagter als zurechnungsfähig eingestuft

Wien (APA) - Die Geschworenen folgten mehrheitlich dem Gutachten des von der Staatsanwaltschaft beauftragten Psychiaters Peter Hofmann und s...

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Wien (APA) - Die Geschworenen folgten mehrheitlich dem Gutachten des von der Staatsanwaltschaft beauftragten Psychiaters Peter Hofmann und stuften den 16-Jährigen mit 7:1 Stimme als zurechnungsfähig und damit schuldfähig ein. Bei einem Strafrahmen von bis zu 15 Jahren erschien dem Schwurgericht eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren schuld- und tatangemessen.

Bei der Strafbemessung wurden die bisherige Unbescholtenheit und die geständige Verantwortung des Burschen sowie - wie Richter Daniel Rechenmacher sagte - „eine gewisse Beeinträchtigung der Zurechnungsfähigkeit“ mildernd berücksichtigt. Erschwerend waren laut Rechenmacher die Hilflosigkeit des Opfers, die „Grausamkeit der Tat“ sowie das Nachtatverhalten. Der Schüler hatte die Leiche im Müll entsorgt.

Die von Rechtsanwalt Nikolaus Rast vertretenen Angehörigen der Getöteten bekamen 5.000 Euro zugesprochen. Hinsichtlich der Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher verwies der vorsitzende Richter auf die beiden psychiatrischen Gutachten. Diese hätten übereinstimmend festgestellt, dass der 16-Jährige „gefährlich, wenn nicht hochgefährlich“ sei.

Der Bursch wirkte bei der Urteilsverkündung ruhig und gelassen und erklärte mit fester Stimme: „Ich habe das Urteil verstanden.“ Während der gesamten Verhandlung, die unter bisher nie da gewesenen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne ging, hatte es keinerlei Zwischenfälle gegeben.

Die Familie des Opfers - unter den Zuschauern befanden sich die Mutter, ein O/ednkel, der ältere Bruder und eine Tante der Siebenjährigen - bewahrte Ruhe. Es kam zu keinerlei Unmutsäußerungen oder gegen den Angeklagten gerichteten Feindseligkeiten.


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