Börse Frankfurt im Eröffnungshandel auf Zweijahrestief

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der Zinsentscheid in den USA zieht am Donnerstag den nächsten Kursrutsch beim DAX nach sich. Erst sah es d...

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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der Zinsentscheid in den USA zieht am Donnerstag den nächsten Kursrutsch beim DAX nach sich. Erst sah es danach aus, als ob das bisherige Tief seit zwei Jahren bei 10.585 Punkten hält, dann aber nahm der Druck zu und der deutsche Leitindex rutschte mit 10.563,44 Zählern darunter. Zuletzt konnte er sich davon wieder etwas erholen, indem er noch um 1,14 Prozent auf 10.643,30 Punkte nachgab.

Über Nacht war der weltweite Ausverkauf bereits in den USA und Asien weiter gegangen. Als Anlass gilt, dass viele Investoren angesichts der zuletzt schwächeren Konjunktur auf eine noch vorsichtigere US-Notenbank Fed gesetzt hatten - und damit nun auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Aktien als Anlageklasse profitieren für gewöhnlich von einer weniger straffen Geldpolitik, diese Hoffnung wurde nun enttäuscht.

„Die Fed tritt auf die Bremse - allerdings weniger stark als von vielen erwartet“, schrieb Thomas Altmann von QC Partners in einem Kommentar. Für 2019 rechnet die Fed jetzt mit zwei weiteren Zinsschritten, einem weniger als noch im September. Laut Altmann haben am Markt einige auf nur noch eine weitere Erhöhung im kommenden Jahr gesetzt.

Für den MDAX ging es vor diesem Hintergrund um 1,23 Prozent bergab auf 21.709,82 Punkte.

„Der deutsche Leitindex befindet sich mehr denn je im übergeordneten Abwärtsmodus“, kommentierte am Morgen der Technische Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Dass neue Konjunkturdaten am Donnerstag das Ruder herumreißen können, ist seiner Einschätzung nach mehr als fraglich. Am Nachmittag wird aus den USA mit dem Philadelphia-Fed-Index ein Frühindikator erwartet.

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Während die die Agenda auf Unternehmensseite vor Weihnachten immer ruhiger wird, waren Medigene eine Ausnahme mit einem Kurssprung um 7 Prozent nach veröffentlichten Studiendaten. Ein Händler sprach von vielversprechenden Zwischenergebnissen einer Studie mit Impfstoffen bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (L), die aber noch in einer sehr frühen Phase sei.

Im Dax sorgten die Aktien der Deutschen Bank mit dem Fall auf ein Rekordtief für Aufsehen. Zuletzt betrug der Abschlag bei dem Institut 3,6 Prozent, nachdem das kanadische Analysehaus RBC seine Erlösschätzungen wegen mangelnder Flexibilität bei den Kosten und ungünstiger Aussichten im Investmentbanking nach unten korrigierte. Allgemein sei das konjunkturelle Umfeld für den Bankensektor herausfordernd. Die im MDax enthaltenen Papiere der Commerzbank büßten im Zuge dessen etwa 3 Prozent ein.

Ansonsten gehörten die üblicherweise besonders schwankenden Wirecard-Aktien im Dax mit 1,7 Prozent zu den Verlierern. Ein kritischer Artikel in der „Wirtschaftswoche“ zu den Marktanteilen in Deutschland wärmte hier die Diskussion über die tatsächliche Marktposition wieder auf, zu der im November schon eine Studie von Merrill Lynch beigetragen hatte.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA131 2018-12-20/10:18


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