Tiwag-Chef verwundert: Höchstgericht kippt Bau von Sellrain/Silz

Der Verwaltungsgerichtshof hat den Umweltbescheid für den Ausbau des Kraftwerks Sellrain/Silz aufgehoben. Das bedeutet bis zu zwei Jahre Verzögerung.

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Stausee des Kraftwerks Sellrain/Silz der Tiwag.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck, Wien — Auf diese Weihnachtsüberraschung war der Landesenergieversorger Tiwag nicht gefasst: Der Verwaltungsgerichtshof in Wien hat den positiven Bescheid für die Umweltverträglichkeit (UVP) der Kraftwerkserweiterung von Sellrain/Silz gekippt. Die Umweltabteilung im Land hatte ihn 2016 erteilt, das Bundesverwaltungsgericht gab im Vorjahr ebenfalls grünes Licht. Mehr als 500 Millionen Euro will die Tiwag in die Erweiterung von Sellrain/Silz mit einem weiteren Speicher im Kühtai und Zuflüssen u. a. aus dem Stubaital sowie dem hinteren Sulztal investieren.

Die Gemeinde Neustift, der Österreichische und Deutsche Alpenverein sowie der Umweltdachverband haben gegen das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts erfolgreich berufen. Grund für die Aufhebung waren die zu unkonkret formulierten Ausgleichsmaßnahmen für den unvermeidbaren Verlust von Mooren und hochwertigen Feuchtlebensräumen im Längental. Dort ist der dritte Speicher geplant. Auch die Einbeziehung der Altanlage in die Erweiterung muss näher definiert werden.

Tiwag-Vorstand Johann Herdina ist verwundert. „Wir warten jetzt einmal auf die neuen Vorgaben für die Ausgleichsmaßnahmen. Das Verfahren behängt wieder beim Bundesverwaltungsgericht." Hinsichtlich der Altanlage verweist er auf die Stellungnahmen im UVP-Verfahren im Land. Allerdings rechnet Herdina mit einer weiteren Verzögerung des Baubeginns von ein bis zwei Jahren. (pn)

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