Abgemagerte Kühe bringen 82-Jährige ans Landesgericht

Der erbarmungswürdige Zustand von 17 Rindern eines Tiroler Stalls war gestern am Landesgericht als Tierquälerei angeklagt. Im Visier von Ank...

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In einem Tiroler Stall verwahrlosten 17 Kühe und Kälber.
© AMA

Der erbarmungswürdige Zustand von 17 Rindern eines Tiroler Stalls war gestern am Landesgericht als Tierquälerei angeklagt. Im Visier von Anklägerin Erika Wander stand eine Pädagogin, die bei Behörden als verantwortliche Tierhalterin aufgeschienen war. Den elterlichen Hof bewirtschaftete freilich die 82-jährige Mutter der Frau — nach Kräften. So fiel die Kontrolle des Stalls durch den Amtstierarzt im April ernüchternd aus.

Nicht nur, dass die unzureichend versorgten Tiere abgemagert waren und teils nur noch 40 Prozent des durchschnittlichen Körpergewichts aufwiesen, waren sie auch von Hautentzündungen und Läusen geplagt. Laut Amtstierarzt Resultat monatelanger Vernachlässigung, ein Tier musste gekeult werden. Die angeklagte Tochter schilderte, dass ihre Mutter „das Vieh halt bis zum Schluss nicht hergeben wollte".

Für die Versorgung direkt verantwortlich sei aber die 82-Jährige gewesen. Staatsanwältin Wander wollte dies nicht gelten lassen: „Wenn man offiziell für Tiere verantwortlich ist und keine Zeit hat, muss man jemanden organisieren, der auf die Tiere schaut!" Richter Josef Geisler lud darauf die 82-Jährige als Zeugin ans Landesgericht — schon, um zu sehen, wie rüstig die Altbäuerin wirklich noch ist. (fell)


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