Kaplanei Leins bekommt zu Weihnachten 165 m² geschenkt

Der Altarraum der kleinen Pitztaler Kirche steht eigentlich auf öffentlichem Gut. Die Gemeinde Arzl repariert ein altes Versäumnis.

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1750 erbaut, wurde die Kirche von Leins 1955 auf damals öffentlichem Grund erweitert.
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Von Alexander Paschinger

Arzl i. P., Leins –Mit 331 Einwohnern ist Leins nach Arzl-Dorf und Wald die drittgrößte Ortschaft der Gemeinde Arzl i. P. An der Ostseite des Tals auf halbem Weg Richtung Jerzens gelegen, schmiegt es sich an die Hänge des Sechszeigers. Der Weiler hat nicht nur eine eigene Feuerwehr, sondern auch seit alters her eine Kirche. Irgendwann platzte diese aus allen Nähten und sie musste erweitert werden. Eine Angelegenheit, die nun nach vielen Jahrzehnten die Dorfpolitik beschäftigt. Denn es gilt nun, eine damals recht freihändige Kirchenerweiterung in geordnete Bahnen zu bringen.

„Die Sache ist, dass man bei der Erweiterung nicht alles genau gemacht hat“, sagt Bürgermeister Josef Knabl. Kirchlich gehört Leins zur Pfarre Arzl, 1738 wurde sie eine eigen­e Kaplanei, 1750 wurde die Kirche anstelle einer alten Kapelle neu gebaut und diese eben 1955 erweitert und zusätzlich ein Friedhof angelegt. „Der Altarraum befindet sich aber auf öffentlichem Gut“, erklärt Knabl, weil die Parzellen nach der Erweiterung nicht angepasst worden seien.

In der vorweihnachtlichen Gemeinderatssitzung wurde diese Nachlässigkeit repariert: „In der Vermessungsurkunde wurde die Grenze nun zwischen Kirche und Friedhof entlang der Kirchenmauer gezogen“, heißt es im Sitzungsprotokoll. Der Raumplaner hätte lieber gesehen, wenn noch ein Abstand von drei Metern eingehalten worden wäre – denn andernfalls müsste der Bebauungsplan geändert werden.

„Das nehmen wir in Kauf und werden es noch nachholen“, sagt der Bürgermeister. Der konkrete Grund liegt darin, dass direkt an der Kirchenmauer das Priestergrab der Kaplanei angelegt worden war. Aber der Gemeindevorstand war in der Vorbesprechung der Meinung, dass diese Grabstelle eben zum Friedhof gehöre. Die Änderung des Bebauungsplans sei aber unproblematisch, „da es in Zukunft ohnehin kaum zu baurechtlich relevanten Veränderungen bei der Kirche oder beim Friedhof kommen wird“.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die Kaplanei 183 m² aus dem öffentlichen Gut erhält und 18 m² abgibt. Die Überhangfläche von 165 m² wird übrigens „kostenlos an die Kaplanei Leins abgetreten“. Womit sich auch die Kirch­e über ein Weihnachtsgeschenk freuen darf.

Die hintere Kirchenmauer ist nun die Grundgrenze, womit auch das Priestergrab an der Wand zum Friedhof gehört.
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