Albanien wies iranischen Botschafter aus - Trump erfreut

Tirana (APA/dpa/AFP) - Albanien hat den Botschafter des Iran und einen seiner Mitarbeiter des Landes verwiesen. Dies berichtete die staatlic...

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Tirana (APA/dpa/AFP) - Albanien hat den Botschafter des Iran und einen seiner Mitarbeiter des Landes verwiesen. Dies berichtete die staatliche albanische Nachrichtenagentur ATA am Donnerstag. Das albanische Außenministerium berief sich auf eine „Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit“, die von den beiden Diplomaten ausgegangen sei, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Der Iran protestierte gegen das Vorgehen Tiranas, das „nicht zu rechtfertigen“ sei und auf „falschen und konstruierten Informationen“ basiere, wie das Außenministerium in Teheran erklärte. Teheran wertete die Entscheidung als Versuch der USA und Israels, die Beziehungen des Iran zu Europa zu beschädigen.

Der Schritt erfolgte offenbar auf Wunsch der USA, eines engen Verbündeten des NATO-Mitgliedslandes Albanien. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung in einem Brief an den albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama. „Die Führerschaft, die Sie mit der Ausweisung des iranischen Botschafters bewiesen haben, veranschaulicht unsere gemeinsamen Anstrengungen, der Regierung im Iran zu zeigen, dass ihre terroristischen Aktivitäten in Europa und der ganzen Welt schwere Konsequenzen haben werden“, schrieb Trump. Auch Außenminister Mike Pompeo und der Nationale Sicherheitsberater John Bolton hatten die Ausweisung der Diplomaten begrüßt.

Der Brief wurde auch auf der Facebook-Seite der US-Botschaft in Tirana veröffentlicht. Medien in Albanien mutmaßten, dass die Ausweisung der iranischen Diplomaten mit der Umsiedlung von Angehörigen der iranischen Exil-Gruppe der Volksmujaheddin nach Albanien im Zusammenhang stehen könnte. Nach US-Angaben planten die Diplomaten Anschläge in dem Balkanstaat, in dem die iranischen Volksmujaheddin ein Lager haben.

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Pompeo und Bolton sind als Unterstützer der umstrittenen Oppositionsgruppe bekannt. Die Volksmujaheddin hatten bis 2003 als bewaffnete Miliz vom benachbarten Irak aus mit zum Teil terroristischen Mitteln gegen die Mullah-Herrschaft im Iran gekämpft. Nach dem US-Einmarsch im Irak und der Herausbildung einer zunehmend iranfreundlichen politischen Führung im Irak wurde ihre Lage dort immer unhaltbarer. Viele von ihnen wurden bei Angriffen irakischer Sicherheitskräfte auf ihre Lager getötet.

Seit 2013 nimmt Albanien auf Wunsch der USA Angehörige der Volksmujaheddin auf. Rund 2.000 der unbewaffneten Ex-Milizionäre, die der Gewalt abgeschworen haben, leben in einer Anlage nahe der Stadt Durres im Norden des Landes.


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