US-Börsen zur Eröffnung klar schwächer

New York (APA) - Die US-Börsen haben nach der gestrigen US-Zinsentscheidung und dem anschließenden Kursrutsch an den Börsen Europas am Donne...

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New York (APA) - Die US-Börsen haben nach der gestrigen US-Zinsentscheidung und dem anschließenden Kursrutsch an den Börsen Europas am Donnerstag mit weiteren Verlusten eröffnen. Gegen 15.45 Uhr fiel der Dow Jones Industrial Index um 161,73 Einheiten oder 0,69 Prozent auf 23.161,93 Zähler.

Der S&P-500 Index verlor 16,60 Punkte oder 0,66 Prozent auf 2.490,36 Zähler. Der Nasdaq Composite Index gab um 30,87 Punkte oder 0,47 Prozent auf 6.605,96 Einheiten nach.

Dieser sei „nach dem jüngsten Ausverkauf überreif für eine Gegenbewegung“, schrieb Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index-Radar. „Die entscheidende Frage ist, ob daraus erneut eine dauerhafte Stabilisierung werden kann. In den Vormonaten zumindest hat es so funktioniert. „

Zur Wochenmitte war der Dow zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres abgerutscht, nachdem die Fed den Leitzins ein weiteres Mal angehoben hatte, aber für 2019 nur noch zwei Zinsanhebungen erwartet. Auch für das Wirtschaftswachstum ist sie inzwischen weniger zuversichtlich als bisher.

Die vierte Zinserhöhung im laufenden Jahr sei keine Überraschung gewesen, doch mit dem Ausblick auf 2019 ignoriere die Fed die Hinweise auf eine mögliche Rezession, schrieb Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Offenbar hätten die Währungshüter kein Ohr für die Sorgen am Markt.

Seitens der Konjunktur rückte das Geschäftsklima in der Region Philadelphia in den Fokus. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) fiel im Dezember um 3,5 Punkte auf 9,4 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit August 2016. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg auf 15,0 Punkte erwartet.

Unternehmensnachrichten wurden unterschiedlich aufgenommen. So verteuerten sich die zuletzt gebeutelten Aktien von Blackberry dank guter Geschäftszahlen um mehr als acht Prozent. Der einstige Smartphone-Pionier hatte im dritten Quartal mit seinem bereinigten Ergebnis je Aktie (EPS) sowie dem Umsatz selbst die optimistischsten Analystenschätzungen übertroffen.

Dass Celanese ab Montag kommender Woche in den marktbreiten S&P-500-Index aufsteigt, ließ die Aktien des Chemiekonzerns um mehr als fünf Prozent steigen. Weichen muss dafür der Pharmakonzern Express Scripts Holding, der vor der Übernahme durch den Versicherer Cigna steht. Express Scripts verloren 0,7 Prozent, während Cigna um 1,3 Prozent fielen.

Derweil konnte der Dow-Neuling Walgreens Boots Alliance trotz eines überraschend kräftigen Gewinnsprungs im vergangenen Quartal und geplanter Kostensenkungen nicht überzeugen: Die Anteilsscheine der seit dem Sommer im Leitindex gelisteten Drogerie- und Apothekenkette verloren knapp drei Prozent.

Beim Tabakkonzern Altria ließ die Übernahme von 35 Prozent am E-Zigaretten-Hersteller Juul für 12,8 Milliarden US-Dollar die Anleger eher kalt: Die Titel fielen um zwei Prozent. Es ist laut Altria die größte Investition in der Konzerngeschichte. Insgesamt werde Juul bei dem Deal mit 38 Milliarden Dollar bewertet. Damit hat sich die Bewertung des Start-ups aus San Francisco innerhalb weniger Monate mehr als verdoppelt - Juul wird nun höher taxiert als Silicon-Valley-Schwergewichte wie Airbnb oder SpaceX.

~ ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072 ~ APA407 2018-12-20/15:49


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