Litauen - Zerschlagung von russischem Spionagering bekanntgegeben

Vilnius (APA/AFP) - Der litauische Regierungschef Saulius Skvernelis hat am Donnerstag die Zerschlagung eines für Russland tätigen Spionager...

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Vilnius (APA/AFP) - Der litauische Regierungschef Saulius Skvernelis hat am Donnerstag die Zerschlagung eines für Russland tätigen Spionagerings bekannt gegeben. Litauens Sicherheitsdienste hätten „rechtzeitig gehandelt“ und gegen die nationale Sicherheit gerichtete Aktivitäten unterbunden, so Skvernelis. „Es handelt sich nicht um isolierte Akte, sondern um eine systematische Aktion gegen unseren Staat“, meinte er.

Zuvor hatte es seitens der litauischen Staatsanwaltschaft geheißen, im Zusammenhang mit der Affäre seien mehrere Litauer und ein Russe festgenommen worden. Das russische Außenministerium sprach unterdessen von einem neuerlichen Beispiel „russenfeindlicher Politik“.

Am Mittwoch hatten litauische Staatsanwälte mitgeteilt, zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr habe es mehrere Festnahmen wegen Spionageverdachts gegeben. Unter den Festgenommenen war demnach der ehemalige Abgeordnete Algirdas Paleckis.

Der Generalstaatsanwalt Evaldas Pasilis erklärte, der russische Geheimdienst interessiere sich besonders für ein laufendes Verfahren, bei dem es um die Unterdrückung der Bewegung für Litauens Unabhängigkeit im Jahr 1991 gehe.

Ebenfalls im zurückliegenden Jahr hatte die litauische Staatsanwaltschaft beantragt, sechs Angeklagte in Abwesenheit wegen des Angriffs auf das Fernsehgebäude in Vilnius im Jänner 1991 zu verurteilen. Dabei waren 14 Zivilisten getötet worden.

Bei den Angeklagten handelt es sich um fünf Russen und einen Weißrussen. Das Urteil wird für Februar 2019 erwartet. Moskau bezeichnet das Verfahren als „illegal“ und verweigert die Auslieferung der Verdächtigen. Auch das Gesuch, den ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow zu befragen, lehnte die russische Justiz ab.


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