Eine Perle der Renaissance

„musikmuseum 37" ist der Code zu einer grandiosen CD, die das Festkonzert 2017 auf Schloss Ambras zum 450-Jahr-Jubiläum des Regierungsantrit...

  • Artikel
  • Diskussion
Das Ensemble „Profeti della Quinta“ begeisterte beim Osterfestival 2014 in Hall das Publikum.
© Profeti

„musikmuseum 37" ist der Code zu einer grandiosen CD, die das Festkonzert 2017 auf Schloss Ambras zum 450-Jahr-Jubiläum des Regierungsantritts von Erzherzog Ferdinand dokumentiert und nun in der Ferdinandeums-Reihe erschienen ist.

Die Profeti della Quinta, Ori Harmein an der Laute und ein Gambenconsort zelebrieren unter dem Titel „Meine Tage sind wie Schatten" in Bußpsalmen und Magnificats die hohe Kunst des franko-flämischen Komponisten, Sängers und Kapellmeisters Alexander Utendal (ca. 1530—1581), der am Innsbrucker Hof wirkte und auch in Innsbruck starb. Seine herrlichen vierstimmigen „Septem psalmi poenitentiales" (Bußpsalmen) wurden 1570 gedruckt und waren dem Landesfürsten gewidmet. Utendal stand mit dem in München wirkenden, als „göttlich" verehrten Orlando di Lasso in Verbindung und war von nicht minderer Meisterschaft.

Die in Tirol seit ihrem Auftritt beim Osterfestival wohl bekannten Profeti della Quinta aus Basel, junge Männer, die der Bass Elam Rotem im israelischen Galiläa zu einem Vokalquintett zusammenbrachte, begegnen der Kunst und Phantasie Utendals mit ihrer Ausdruckskraft, die gespeist wird von singulärer Transparenz, Intonation, Schönheit und Ausgewogenheit. Die Mittelstimmen steuern in Maßen Verzierungen, die Gamben im Hintergrund variable Farben bei, die Laute stützt.

Die CD versammelt Welt-Ersteinspielungen. Wer die Vokalpolyphonie der Renaissance liebt, kommt an dieser Zusammenstellung nicht vorbei. (u.st.)


Kommentieren


Schlagworte